Kurzreview: „Beyond“

Ich halte ja nicht viel von Filmen, auf deren Cover mit großen Namen geworben oder Vergleiche mit Genreklassikern gezogen werden. Trotzdem habe ich mir „Beyond“ mit John Voight angeschaut, in der Erwartung, einen spannenden und leicht übersinnlich angehauchten Film zu sehen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=AEJ5DgTYqa4

Im Nachhinein bin ich enttäuscht, denn hier wurde viel Potential vergeudet, der angekündigte „sensationelle Twist“ am Ende lässt sich bereits nach etwas mehr als einer halben Stunden erahnen, gleichzeitig ist er in keiner Weise mit dem auf dem Cover erwähnten „The Sixth Sense“ zu vergleichen. Rory ist Aurora, na noch offensichtlicher ging es wohl nicht?

Handwerklich macht der Film viel richtig, die Darsteller und vor allem die winterliche Landschaft sind sehr gut gewählt und in Szene gesetzt. Der paranormale Anteil am Plot ist zwar nicht besonders originell, aber doch noch ganz gut in die Handlung eingebettet. Leider geht dem Film am Ende etwas die Luft aus. Ich erwartete einen schockierenden oder total abgefahrenen Endtwist (siehe Bruce Willis in „The Sixth Sense“), aber die lahme Auflösung lässt dem Film zum Ende hin die Puste ausgehen. Wer eine Geisterstory oder ähnliches erwartet, wird nicht auf seine Kosten kommen, das Übernatürliche in „Beyond“ wirkt wie zusätzlich mit dran gestrickt.

So bleibt ein akzeptabler Film, der besser hätte sein können, dem Freund leicht unterkühlter Krimis mit einem Faible für kleinere Mystery-Ausflüge aber schon Spaß machen könnte.

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Kurzreview: „11:11:11 – Das Tor zur Hölle“

Mal wieder einen Film geschaut.

Der Titel zeugt nicht unbedingt von Kreativität: „11:11:11  – Das Tor zur Hölle“. Klingt nach einer Mischung aus

Trailer „11:11 The Gate“
httpv://www.youtube.com/watch?v=y6GvYR7z030

und

Trailer „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“
httpv://www.youtube.com/watch?v=WAx34IZ8bTk

Irgendwie stimmt das auch, denn es kommen Elemente aus beiden Filmen vor, wobei hier keine Dämonen im Stile der Cenobiten zu erwarten sind und alles weit weniger explizit präsentiert wird. Splatter oder auch nur blutige Sequenzen gibt es nicht, von den Verbrennungsszenen und dem Ende mal abgesehen. Vielmehr steht hier der Grusel im Vordergrund.

Es geht ein weiteres Mal um den 11:11-Mythos, nachdem am 11.11.2011 irgendwas  passieren sollte. Inszeniert ist das ganz nett, stellenweise erinnerten die Lichtstimmung und einzelne Sequenzen sogar an „Lost Highway“ von David Lynch. Die Geschichte rund um einen erfolgreichen Schriftsteller, der nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes vom Glauben abgefallen ist, ist zwar nicht sonderlich originell, aber doch stimmig. Einzig die Synchronstimmen, allen voran die des Helden, nerven ab der ersten Sekunde.

Im weiteren Verlauf entspinnt sich eine teils wirklich spannende Geschichte, inklusive einiger (vergleichweise zahmer) Schocks, einer Prise Geisterhorror und mit einem schönen Schlusstwist. Für Fans des Mystery-Genres keine schlechte Wahl.

Trailer „11:11:11 – Das Tor zur Hölle“
httpv://www.youtube.com/watch?v=48GZxq6RO-c

Ironischerweise sorgte keine superspannende Gruselsequenz, sondern etwas ganz anderes für die größte Überraschung im Film. An einer Stelle kommt, ganz kurz, nur für wenige Sekunden, Emilie Autumn ins Bild! Sie hat eine Minirolle in einem Internetvideo über die 11:11 Theorie. Das ist ja wirklich ein toller Zufall, zumal EA in zwei Tagen hier in Berlin ein Konzert gibt, auf das ich mich schon seit Monaten freue. Mysteriös, oder?

11:11:11 mit Emilie
httpv://www.youtube.com/watch?v=Y_RfPkvMPEc

Vielleicht gibt´s ja am 12.12.2012 irgendeine Überraschung? Wäre ja ein ähnlich „mysteriöses“ Datum. Einen entsprechenden Film habe ich bisher noch nicht gesehen, aber das kann ja noch kommen.

Filmtipp „Triangle“

„Triangle“ ist ein Film nach meinem Geschmack. Eine mysteriöse, verschachtelte Story, die einiges an „WTF?“-Momenten zu bieten hat und nach Ende des Films zum Nachdenken und nochmaligen Ansehen motiviert.

Hier erstmal der Trailer:

httpv://www.youtube.com/watch?v=17XqBdCiHOI

(Quelle)

So, alles klar? Nein? Gut so. „Triangle“ nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, die zunächst noch als klassischer Slasher beginnt. Eine Gruppe von Menschen, gemeinsam zu einem Segelausflug aufgebrochen, findet sich nach einem überraschenden Unwetter schiffbrüchig vor und treibt auf dem gekenterten Wrack dahin. Ein Kreuzfahrtschiff erscheint wie aus dem Nichts, die Gruppe geht an Bord und stellt fest, dass das Schiff komplett verlassen ist. Dann stirbt auch schon der erste aus der Gruppe…

…und man stellt fest, dass es einen maskierten Killer gibt, der Jagd auf die Neuankömmlinge macht. Öde. Oder? Mitnichten, denn nachdem (fast) alle tot sind, wird es erst so richtig verrückt. Ich will nicht zuviel verraten, aber „Triangle“ ist weit mehr als ein Killer-jagt-die-armen-Opfer Film, ab der Mitte des Films wird es echt schräg und gleichzeitig steckt sehr viel Potential für Interpretation drin.

Mein Urteil: 10/10 Punkten. Ein wirklich gelungener Film, nicht nur für Genrefreunde. Aber wer gradlinige Unterhaltung oder Popcorn-Kino erwartet, sollte die Finger davon lassen. Alle anderen: Anschauen!

Hinter den Erwartungen…

…zurück bleiben leider die beiden Filme, zu denen ich hier meine Meinung kundtun möchte. Am Wochenende war mal wieder Zeit, sich die eine oder andere DVD auszuleihen. Leider war das Ergebnis eher enttäuschend. Aber lesen Sie selbst.

Schon lange wollte ich „The Broken“ mit der aus Terminator S.C.C. bekannten Lena Headey sehen, weil ich Gutes über den Film gelesen hatte und die Idee interessant klang: Eine Frau begegnet eines Tages einer perfekten Doppelgängerin ihrer selbst, folgt dieser in eine Wohnung und findet dort Fotos ihrer eigenen Familie. Klingt mysteriös, genau nach meinem Geschmack.

„The Broken“ ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ein Film in den ersten 50 Minuten grandiose Spannung aufbauen kann, sehr geschickt mit der Wahrnehmung des Zuschauers spielt und auch von der Inszenierung mit großen Vertretern des Genres mithalten kann. Dagegen fällt die zweite Hälfte des Films deutlich ab. Spätestens ab der blutigen Szene in der Badewanne verkehrt sich das mysteriöse Gruselspiel zu einem recht öden und vorhersehbaren Slasher. Wie kann man eine so großartige Idee nur so in den Sand setzen? Dass zum Schluß eigentlich keine einzige Frage beantwortet wird, vor allem nicht die Frage, warum die Spiegelbilder so gewalttätig sind, fällt da kaum mehr ins Gewicht.

Naja, nichts für ungut, hier trotzdem der Trailer zu „The Broken“.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Q0nKZd9UxuI

(Quelle)

Zweiter Film auf meiner Liste war „The Tracey Fragments“ mit Ellen Page. Nach ihrer tollen Leistung in „Hard Candy“ scheint Miss Page auf krasse Rollen abonniert, obwohl ich „Juno“ sehr seicht und wenig spannend fand. Nach dem ganzen Hype war es einfach ein linearer Film über ein schwangeres Mädchen ohne wirkliche Höhepunkte oder die erwarteten Tabubrüche.

Zurück zu „The Tracey Fragments“. Zunächst erstmal der Trailer, der auf jeden Fall interessant und abgefahren daherkommt.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=b-TbdIKhvn4

(Quelle)

Die krasse Optik durchzieht den gesamten Film, ständig gibt es einander überlagernde Bildschnipsel, so dass man beim ersten Ansehen unmöglich alles mitbekommen kann. Das ist aber (leider) auch nicht nötig. Die optischen Spielereien haben keinerlei Bezug zur Handlung, hier wurden diese Collagen-Technik, Split-Screen und andere Spielereien einfach nur so eingebaut, um zu zeigen, was ein fähiger Cutter so drauf hat.

Ich hatte ursprünglich mit einer komplexen, verschachtelten Handlung gerechnet, die man sich mühsam (aber motiviert) zusammenbauen muss, aber der Film bietet leider nichts dergleichen. Die Geschichte ist lahm, die gesamte Sequenz mit Traceys komischer Junkie-Bekanntschaft hätte man komplett weglassen können, am Schluss wird das Schicksal ihres Bruders nicht geklärt, obwohl man vermuten kann, dass dieser ertrunken ist.

Alles in allem ein Film, der leider weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, was man aber wirklich nicht Ellen Page vorwerfen kann, die hier wie immer eine sehr gute Leistung abliefert.