Der Emilie-Effekt

Ja, als „Plague Rat“ bin ich vielleicht nicht ganz objektiv, aber ich kenne niemanden, der mich künstlerisch mehr inspiriert als die wunderbare Emilie Autumn. Seit ich vor Jahren das erste Mal über einen EA-Song bei youtube gestolpert bin, haben mich die Künstlerin, ihre Musik und das ganze Drumherum nicht mehr los gelassen.

Ich neige normalerweise nicht zu heftigem „Fan-Tum“, aber bei EA habe ich schlicht keine Wahl. Zu tiefgründig sind die Texte, zu abwechslungsreich und kreativ sind ihre Alben, zu fantastisch das Styling, zu reizend die Bloody Crumpets, zu sympathisch die Künstlerin, als dass ich sie einfach nur „gut“ finden könnte. Wo ihre Musik bei mir schon immer für gepflegte Melancholie und gleichzeitig gute Laune (nein, das ist kein Widerspruch) sorgt, sind die Liveshows immer ein unglaubliches Erlebnis.

Emilie Autumn „Girls, Girls, Girls“ live

Besonders die enorme stilistische Bandbreite der Musik fasziniert mich immer wieder auf’s Neue, denn zwischen klassischer Musik, viktorianischen Klängen, verzerrter Violine und verspielter Elektronik offenbart Ms. Autumn immer wieder eine Unmenge an Ideen, Inhalten und Emotionen. Dabei können auch die rein instrumentalen Stücke wirklich Gänsehaut verursachen. So geht es mir immer bei „Face the Wall“.

Emilie Autumn „Face the Wall“ live

Nach einem EA-Konzert bin ich immer für eine Weile unglaublich inspiriert, voll mit Ideen und fühle mich, aller Unbill der Welt zum Trotze, den ganzen Tag über gut und ausgeglichen. Ich nenne das den Emilie-Effekt. Leider kommt Emilie, die an sich eine wahrhaft vorbildliche Tourdisziplin an den Tag legt, immerhin spielt sie so gut wie jedes Jahr auch in Berlin, einfach immer noch nicht oft genug auf Tour, um die gute Laune ohne Durchhänger aufrecht zu erhalten.

Immerhin erscheint mit „Fight Like A Girl“ bald das neue Album, das dann ganz sicher ähnlich gut funktioniert wie ein Konzert. Release date, anyone???

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Spread the bloody plague!! EA live im Postbahnhof.

„I mean, look at you, you’re a bunch of freaks!“

Wer so mit seinem Publikum umgeht, hat entweder ein Egoproblem oder heißt Emilie Autumn (wobei hier psychische Macken durchaus zur Person gehören). Am 3.4.2012 war es mal wieder Zeit für alle Plague Rats aus Berlin und dem Umland, einer Darbietung der einzigartigen EA und ihrer Bloody Crumpets beizuwohnen. Für mich bislang das vierte Mal und es wird auch einfach nicht langweilig.

Leider stand für das Konzert nicht mehr die große Bühne im Postbahnhof zur Verfügung, denn offenbar wurde dort in der Zwischenzeit umgebaut, so dass EA und ihre Crumpets die Showeinlagen auf ein Minimum reduzieren mussten. Captain Maggot auf Stelzen, Contessa an von der Decke hängenden Tüchern oder diverse Feuereinlagen – leider nicht dabei. Das schmälerte das Konzertvergnügen zwar nur unwesentlich, trotzdem hätte ich mir eine etwas intensivere Deko und mehr akrobatische Showanteile (Captain Maggot mit dem brennenden Hula-Hoop-Reifen bei „Dead is the new alive“ war immer eins meiner Highlights) gewünscht.

Mit dem neuen Album „Fight Like A Girl“ im Gepäck entfesselten EA und ihre Begleiterinnen mit z.B. „Time for Tea“ oder „Take the Pill“ einen sehr düsteren und auch musikalisch vergleichsweise heftigen Konzerbeginn. Mir gefällt der neue Stil, der gegenüber der „Opheliac“ noch mehr in Richtung Elektronik geht, sehr, sehr gut. Offenbar wird der Einsatz der Violine gleichzeitig weiter zurückgefahren, was ich bedauern würde. Aber ich kenne ja auch noch nicht alle Titel von FLAG, momentan gibt es noch nicht einmal einen Veröffentlichungstermin. Ich will dieses Album (*nägelkau*)!!

EA „Time for Tea“, live
httpv://www.youtube.com/watch?v=-7R5gjBeecw&feature=related

Mit von der Partie waren diesmal Captain Maggot, The Naughty Veronica und die Contessa. Gut bei der kleinen Bühne hätte Aprella wohl auch nicht mehr mit draufgepasst. Maggot gab natürlich wieder die sympathisch überdrehte Piratenbraut, sehr witzig und ein absoluter Quell guter Laune, und fungierte auch teils als Ansagerin. Hörens- und vor allem sehenswert. Nachdem in der ersten halben Stunde des Konzerts kaum mit dem Publikum interagiert wurde, drehten EA und ihre Crumpets dann richtig auf. Von witzigen Dialogen, dem obligatorischen Rat-Game über ein Mitmachspielchen (!) der Contessa bis hin zu einer wahrlich rührenden Dankesrede von EA an ihre treuen Fans war alles dabei, was sich das Herz einer Plague Rat nur wünschen kann. Musikalisch war das Ganze natürlich über jeden Zweifel erhaben, neue Titel mischten sich mit den bekannten Stücken. Einzig „Dead is the new alive“ und „I know where you sleep“ habe ich schon vermisst, aber die neuen Titel haben das mehr als wett gemacht.

EA „Fight like a Girl“
httpv://www.youtube.com/watch?v=QUP-53A5_bw&feature=related

Zum Abschluss gab’s dann noch zwei Zugaben, die EA allein am E-Piano darbot. Neben „Thank God I’m pretty“, was sie anfangs komplett vom Publikum singen ließ (das war schon mächtig beeindruckend), endete das großartige Konzert mit „Mad Girl“, das live immer noch soooooo viel besser wirkt als auf CD.

EA „Mad Girl“ live in Berlin, 3.4.2012
httpv://www.youtube.com/watch?v=TbkdSZFQwuM

Ein fantastischen Konzert, aber wer hätte etwas anderes erwartet?

„Revenge is a dish that is best served now!“ (Time for Tea)

Spread the Plague! Emilie kommt nach Berlin.

Bald schon ist es wieder soweit und da ich mich zu den „Plague Rats“ zähle, mache ich hier selbstverständlich ein wenig Werbung für die göttliche Emilie Autumn.

Am 3.4.2012 spielt die Gute mit ihren Bloody Crumpets und einem neuen Album im Gepäck (release date, anyone???) im Postbahnhof in Berlin. Ich bin da.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Konzert. „Dead is the new alive“ wird mit Sicherheit auch wieder gespielt, hoffentlich inklusive Feuereinlage von Captain Maggot.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Wjtkbc_rjLM

Emilie live!!!

Am 1.4.2009 war es endlich wieder soweit: Emilie Autumn und ihre Bloody Crumpets gaben sich in Berlin die Ehre. Nach einiger Wartezeit (naja, die Damen brauchten wohl mal wieder etwas länger zum Schminken), präsentierten sich Emilie und ihre Crumpets wie immer bestens gelaunt auf der Bühne. (auf die Bilder klicken zum Vergrößern)

Emilie, the GoddessEmilie & Veronica

All the girls on stage

Diesmal gehörten zu Emilies Begleiterinnen (von links nach rechts):

The Naughty Veronica, Aprella, Captain Maggots und die Blessed Contessa.

Sie alle repräsentierten, wie üblich bei Emilies Bühnenshows, verschiedene Facetten des Wahnsinns, und das auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Zu den verschiedenen Songs gaben die Crumpets teils theater-, teils zirkuslastige Einlagen zum Besten und sorgten häufig dafür, dass ich kaum wusste, wohin ich auf der gut gefüllten Bühne zuerst schauen sollte. Captain Maggots überraschte mit einer (pirate-like) Gesangseinlage des Spongebob Squarepants-Titelsongs (!), skurril, aber lustig. Naughty Veronica spielte das „Rat-Game“ mit zwei Damen aus dem Publikum, das Spiel besteht im Groben aus „we play rats, find each other very attractive and start to make out“ (Veronica).

Die Playlist des Abends (soweit ich mich erinnern kann und ohne Anspruch auf die richtige Reihenfolge):

Best Safety lies in Fear, 4 o´clock, Opheliac, The Art of Suicide, Shalott, Dominant, Unlaced, Face the Wall, Liar, Dead is the new alive, I want my innocence back,  306, Misery loves company, Thank God I´m pretty, Bohemian Rhapsody, I know where you sleep, Mad Girl, Always look on the bright side of life, Spongebob-Song (Solo von Cpt. Maggots).

Zwischen den Songs gab´s einiges zu lachen und zu gucken. Ob es ein lakonisches „It´s Britney, bitch“ von Emilie war, bevor sie in die Tasten griff, oder ein hingehauchtes „Ich liebe deutsche Mädchen“ von Veronica, die Show war äußerst unterhaltsam und bot einiges, gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Captain Maggots trat auf ca. zwei Meter hohen Stelzen auf, die Contessa zeigte akrobatisches Talent an einem Tuch, das von der Decke hing. Wie in einem Kokon eingesponnen turnte sie halsbrecherisch und zog die Blicke auf sich.

Über die musikalische Qualität muss ich kaum mehr Worte verlieren. Stattdessen hier drei Clips, die zwar sehr kurz geraten sind (ich brauche echt mal eine größere Speicherkarte), aber die Stimmung doch recht gut wiedergeben.

„The Art of Suicide“ inkl. kleiner Tanzperformance:

httpv://www.youtube.com/watch?v=bBboziXijaQ

„I want my innocence back“…sehr schönes Lied mit netter Choreographie:

httpv://www.youtube.com/watch?v=mpBnS64T5pE

„Dead is the new alive“…Captain Maggots und der Feuerreifen:

httpv://www.youtube.com/watch?v=dwk7bfVAnyU

Wie immer bei E.A.-Konzerten standen einige Kostümwechsel und -veränderungen auf dem Programm, Emilie wurde zu „Thank God I´m pretty“ umgezogen, live selbstverständlich.

Alles in allem (wieder) ein großartiges, mitreißendes Konzert, das auch gern noch zwei Stunden länger hätte dauern dürfen. Diesmal wurde auch „I want my innocence back“ gespielt, das ich auf der letzten Tour vermisst hatte, schließlich gehört es zu den tanzbaren Stücken von E.A. Leider fehlte die tolle Coverversion von „Girls just wanna have fun“, naja, man kann halt nicht alles haben.

Hoffentlich erscheinen bald die lang angekündigte Live-DVD und das Buch von E.A., ich kann´s kaum erwarten…vor allem die sehr *hust* anregenden Fotos, die im Buch enthalten sein werden. Im letzten Orkus gabs schon ein paar Appetizer…sehr schön, sehr schön.

So, zum Schluss jetzt noch ein paar Impressionen vom Konzert inkl. einer sehr spärlich bekleideten Emilie.

The Naughty VeronicaEmilie...grrlll

In ihrem Element

So, bleibt zu hoffen, dass E.A. der deutschen Hauptstadt bald wieder einen Besuch abstattet…und daneben vielleicht auch mal wieder ein neues Album veröffentlicht. „Opheliac“ braucht dringend einen würdigen Nachfolger!

(alle Fotos und Videos sind von mir gemacht worden)