„Apollo 18“ – Kurzreview

Es ist immer so eine Sache mit diesen „found-footage“-Filmen. Seit „Blair Witch“ glaubt man das sowieso nicht mehr und im Falle von „Apollo 18“ verstehe ich nicht, warum hier nicht lieber ein „konventioneller“ Film inszeniert wurde. Selbst Aussagen wie „nach einer wahren Geschichte“ sind meist Quatsch und mehr oder weniger schlecht gefakte „echte“ Aufnahmen wirken auf mich oft seltsam, weil es nun mal eben doch Schauspieler und keine „echten“ Astronauten sind, die hier auf dem Mond allerlei gruselige Dinge machen.

Trailer
httpv://www.youtube.com/watch?v=14KvPUWF878

Nach dem Trailer erwartete ich einen gemeinen Film mit fiesen Schockeffekten und unterschwelligem Grusel. Leider kippt die Geschichte nach ungefähr der Hälfte der mit knapp 80 Minuten eher dürftigen Laufzeit. Die recht spannende Idee, die Astronauten auf die Überreste einer gescheiterten russischen Mission stoßen zu lassen inklusive wilder Spekulationen, was die Apollo 18-Mission denn wirklich für ein Ziel hat, Verschwörungstheorien und so weiter wird schnell durch eine äußerst konventionelle und im Kern langweilige Wendung zerstört.

Hatte ich mir anhand des Trailers noch so etwas wie „The Ring auf dem Mond“ ausgemalt, hielt bald Ernüchterung Einzug, denn, ohne hier spoilern zu wollen, die lahme Story hätte besser funktioniert, wenn bis zum Ende im Dunklen geblieben wäre, was da auf dem Mond vor sich geht.

4 von 10 Punkten gibt´s für den Film, war ziemlich enttäuschend.

Da finde ich immer noch die Akte-X-Episode „Besessen“ („Space“) spannender, auch wenn die von vielen als eine der schlechtesten Folgen angesehen wird (eine Meinung, die ich nicht teile). Ja, okay, bei Akte-X war´s nicht der Mond, sondern der Mars, aber das macht wohl nicht den großen Unterschied.

Akte-X „Besessen“ 1/3
httpv://www.youtube.com/watch?v=kDBH6fcnTQQ

„Sleeping Beauty“ – Kurzreview

Gestern habe ich „Sleeping Beauty“ mit Emily „Babydoll“ Browning gesehen und war mit recht hohen Erwartungen an den Film gegangen. Erwartet hatte ich einen mysteriösen, doppelbödigen, spannenden Film, der Fragen offen und Raum für Interpretationen lässt.

Trailer:
httpv://www.youtube.com/watch?v=IAsbowwhXkw

Ohne groß rumspoilern zu wollen, muss ich sagen, dass der Film leider hinter meinen (zugegeben hohen) Erwartungen zurückbleibt. Klar, Emily Browning gibt, wie auch schon in „Sucker Punch“, eine mehr als sehenswerte Figur ab, turnt zum Ende des Films weitestgehend nackt durch die Handlung und schafft es gut, die rastlose Person zu portraitieren, die ihr Charakter sein soll.

Doch die tatsächliche Handlung, in der sie sich für viel Geld an eine Agentur verkauft und für diese reichlich schräge Aufträge übernimmt (was mich auch wegen der Konstellation stark an Joss Whedons „Dollhouse“ erinnert hat) und neben dem Studium offenbar noch drei weitere Jobs (u.a. als Prostituierte) hat, kommt nicht richtig in Schwung. Weder gibt es überraschende Wendungen noch ein schockierendes Ende oder dergleichen (der Schluss ist zwar schon ein wenig gemein, aber da wäre sooooo viel mehr möglich gewesen). Äußerst schade, denn gerade die Tätigkeit als „Sleeping Beauty“ hätte eine Menge Möglichkeiten für ein paar Gemeinheiten eröffnet. So bleibt leider neben einer Menge nackter Haut, einigen Obszönitäten und einer süßen Hauptdarstellerin recht wenig übrig, was mir am Film gefällt.

Die Idee hinter der Geschichte, die Zerrissenheit einer Person, die faktisch kein eigenes Leben führt, sondern Masken trägt und sich kaum darum kümmert, was morgen ist, ist gelungen. Leider ist das aber zu wenig, um über die gesamte Laufzeit Spannung aufzubauen.

Schade, aber mehr als 6 von 10 Punkten kann ich „Sleeping Beauty“ nicht geben. Keine Katastrophe, aber leider weit hinter dem, was der Film hätte sein können.

Highschool meets „Hostel“

Und noch ein Film, diesmal „The Loved Ones“.

Alles fängt so beschaulich an. Highschool, der Abschlussball steht kurz bevor. Die schüchterne Lola fragt Brent, ob er mit ihr zum Ball gehen will. Der lehnt ab, weil er mit seiner Freundin geht. Und dann gibt´s noch die heiße, aber leider emotional etwas gestörte Goth-Braut Mia, die hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt sein soll *hust*.

Lola ist überhaupt nicht erfreut, dass Brent ihr Angebot ausgeschlagen hat und schickt Daddy los, um Brent für sie einzufangen, damit sie zu Hause mit ihm den Abschlussball feiern kann. Und hier fängt der unappetitliche Teil des Films an. Es stellt sich heraus, dass Lola und Daddy ein echt krankes Hobby (und nebenbei so richtig einen an der Waffel) haben, dem schon einige Teenager und andere Menschen aus der Gegend zum Opfer gefallen sind. Was wie ein Highschoolfilm anfängt, kippt nach kurzer Zeit in eine „Hostel“-Variante inklusive an den Boden genagelter Füße und Bohrungen in den Kopf eines Menschen.

Die Schauspieler machen ihre Sache richtig gut, Lola ist grandios auf eine ganz und gar beängstigende Art und Weise. Toller Film für Menschen mit starkem Magen. Wem schon der Trailer zu heftig ist, der sollte sich „The Loved Ones“ nicht anschauen. Alle anderen schlagen zu („Daddy, bring den Hammer!“) und erleben einen innovativen und derben Film mit einigen heftigen Szenen und einer wirklich verstörenden Entdeckung unter einer Luke im Wohnzimmer von Lola…

httpv://www.youtube.com/watch?v=Cb5BFm4qIow

Besser gut geklaut…

…als schlecht selbst ausgedacht.

Mal wieder Filme geschaut im Urlaub. Diesmal stand zuerst „Die Herrschaft der Schatten“ (ein selten doofer deutscher Titel) auf dem Programm. Im Original heißt der „Vanishing on 7th Street“, was auch Quatsch ist, denn die Vanishings geschehen auf der ganzen Welt, nicht nur in einer Straße.

Wer „Pulse“ gesehen hat, vorzugsweise das Original und nicht das schrecklich belang- und grusellose US-Remake, dem dürfte die Story vage bekannt vorkommen: Menschen verschwinden und werden zu Schatten, ohne ersichtlichen Grund. Wo „Pulse“ hier jedoch auf echt fiesen Horror-Grusel setzt, ist „Die Herrschaft der Schatten“ eher ein Mystery-Streifen mit Spannungselementen. Irgendwann wird es für einige Sekunden dunkel und plötzlich sind fast alle Menschen verschwunden, lediglich ihre Kleidung liegt noch herum. Ein paar Überlebende schlagen sich zunächst allein, dann in der Gruppe durch, wobei ich den Panikfaktor sehr unrealistisch dargestellt fand. Beinahe alle Charaktere sind zwar irgendwie verwirrt ob der sich bewegenden und bedrohlich heranrückenden Schatten, die überall durch die Gegend schleichen und jeden verschwinden lassen, dessen sie habhaft werden, aber keiner der Charaktere erscheint auch nur annähernd so schockiert, wie ein normaler Mensch in einer derart surrealen Situation wäre. Also ich weiß genau, wie ich drauf wäre, wenn alle Menschen außer mir tot (?) wären und die Dunkelheit mich verfolgen würde…

Aber gut, ich kann dem Film auf jeden Fall zugute halten, dass keine an den Haaren herbeigezogenen Erklärungsversuche unternommen werden, was leicht peinlich hätte werden können. Genaugenommen wird gar nichts erklärt, lediglich das Wort „croatoan“ wird erwähnt und sorgt aufgrund des realen Hintergrundes tatsächlich etwas für Gänsehaut. Das Ende fällt genretypisch und auch in Tradition von „Pulse“ offen aus, wobei die auf der DVD angepriesenen alternativen Ende ein schlechter Witz sind. Hier werden keine verschiedenen Endsequenzen, sondern lediglich dieselbe Sequenz in unterschiedlichen Schnittfassungen und mal mit oder ohne Musik gezeigt. Mogelpackung, das hätte man sich einfach sparen sollen. Naja, natürlich überleben die beiden Kandidaten, bei denen es am unrealistischsten ist, aber gut, es ist ein Film…

Wer die Horror-Variante bevorzugt, ist mit „Pulse“ (Original) wesentlich besser bedient, Mystery-Freunde kommen mit „Die Herrschaft der Schatten“ aber gut auf ihre Kosten.

httpv://www.youtube.com/watch?v=uFbBIUcklt8

Langgestrecktes Rachedrama

„Oldboy“ traf mich damals wie ein Schlag, so unerwartet großartig und berührend war dieser Film mit seiner epischen Geschichte, den plötzlichen Gewaltausbrüchen und dem ziemlich gemeinen Ende. Die anderen Teile von Park Chan-wooks Rache-Trilogie („Sympathy for Mr. Vengeance“ und „Lady Vengeance“) fand ich dagegen nicht so gelungen. Als ich nun von „I saw the Devil“ hörte, war das Interesse geweckt, zumal hier wieder Choi Min-sik als Schauspieler zum Einsatz kommt, der schon in „Oldboy“ brillierte.

httpv://www.youtube.com/watch?v=2LjO3Vl6Wbg

„I saw the Devil“ ist in zwei Versionen erhältlich, die „keine Jugenfreigabe“-Version wurde gegenüber der von mir gesehenen SPIO/JK-Fassung um gut zehn Minuten erleichtert. Der Film hat gewalttechnisch einige ziemlich heftige Szenen zu bieten, hier wurde die Schere angesetzt. Die KJ-Fassung scheint daher nicht empfehlenswert, da die Gewaltszenen einen wesentlichen Teil des Films ausmachen, auch wenn sie nicht handlungsrelevant sind.

Ohne zuviel spoilern zu wollen, entspinnt sich während der 144 Minuten Laufzeit ein Duell zwischen dem kranken Killer und dem Cop, der ihn verfolgt. Dabei spielt das Motiv der Rache die tragende Rolle, dies verleitet den Cop, dessen Verlobte von besagtem Killer getötet wurde, zu einigen schwer nachvollziehbaren Taten. So stellt er den Verdächtigen schon recht früh, nur um ihm schwere Verletzungen zuzufügen und ihn dann laufen zu lassen. Schon hier merkt man, Koreaner scheinen echt viel einstecken zu können, denn die meisten anderen Menschen wären nach einem Kampf wie beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten tot. Später wird deutlich, dass der Killer nicht nur aus purer Mordlust tötet, sondern mit dem Fleisch der Opfer einen Kannibalen versorgt, der sich genüsslich darüber hermacht. Leider schafft der Film es kaum, die Ereignisse wirklich packend miteinander zu verweben, so hatte ich nach der Hälfte des Film das Gefühl, dass die Handlung jetzt vorbei wäre, doch es ging noch mehr als eine Stunde weiter.  Klar, ich schätze lange Filme, aber etwas Straffung hätte hier Wunder bewirkt. Zum Ende hin steigt der Gewaltgrad noch einmal deutlich an, wobei der Film auch vorher schon derb zur Sache geht. Die recht überflüssige aber dafür umso blutigere Szene im Taxi zeigt ziemlich gut, wo hier der Hase läuft. Leider gibt es kaum Momente, die einen Einblick in das Seelenleben der Protagonisten erlauben, sowohl der Killer als auch der Cop bleiben farblos, hier wurde viel Potential vergeudet. So erscheint die plötzliche Wandlung des Cops vom Gesetzeshüter zum skrupellosen Schlächter (aua, Skalpell und Achillessehne) mehr als gekünstelt, über die Motive des Killers, der offenbar alle Menschen gleichermaßen verachtet, wird nichts bekannt. Das Ende fällt böse aus, wie nicht anders zu erwarten, wobei es nicht mit „Oldboy“ konkurrieren kann. Am Ende des Film bleibt das Gefühl, dass die Fronten zwischen Gut und Böse hier endgültig verwischen und nicht mehr klar ist, wer das größere Monster ist.

Wer asiatische Filme mag und auch vor einigen unappetitlichen Szenen nicht zurückschreckt, sollte „I saw the Devil“ (in der uncut-Fassung) eine Chance geben. Ich kann ihn nur mittelmäßig finden, da er teils gravierende Schwächen in der Erzählweise zeigt und weit besser hätte sein können. Wem schon „Oldboy“ zu heftig war, sollte indes die Finger von diesem Film lassen, die Gewalt ist hier wesentlich grafischer und exzessiver dargestellt. Die Kannibalismus-Geschichte fand selbst ich ganz schön widerlich, was aber auch an dem Typ lag, der sich das Menschenfleisch reingehauen hat, ekliger Kerl.

Teuflischer Mist

Ja, es war ein Fehler, sich den aktuellen Film von M. Night Shyamalan aus der Videothek zu holen, ohne vorher eine Review gelesen zu haben. Ja, ich ärgere mich über diese Film namens „Devil“, weil er nicht nur blöd sondern richtig schlecht ist. Eigentlich war es ja klar, im Prinzip war nur „The Sixth Sense“ wirklich gelungen, schon „Unbreakable“ war nicht mehr der Überhit, „Signs“ ging gar nicht mehr, „The Village“ hatte wenigstens Atmosphäre und ein halbwegs gelungenes Ende zu bieten, „Das Mädchen aus dem Wasser“ war langweiliger Märchen-Bullshit und über „The Happening“ möchte ich nichts sagen, bevor ich mich richtig aufrege…

„Devil“ ist einer dieser Filme, bei denen ich mich ernsthaft frage, wer so ein Drehbuch verbrochen hat und welcher Produzent für so einen Käse Geld ausgibt. Am allermeisten nervt in diesem Machwerk, wie auch schon bei „Das Mädchen aus dem Wasser“, die super-schwachsinnige Idee, gleich zu Beginn des Films die gesamte (!) Story zu erklären. „Teufel bestraft die Sünder….blasülz…es beginnt mit einem Selbstmord…blasülz…alle sterben…blasülz“. Was soll dieser Quatsch? Besonders, wenn der Film dann nichts, aber auch wirklich nichts an Story oder Überraschungen zu bieten hat. Da springt zu Anfang jemand aus einem Hochhaus, kracht auf einen Van, der dann wie von selbst irgendwo hinrollt. Die Cops finden irgendwann die Leiche, stellen fest, dass der Tote offenbar Katholik war (Rosenkranz in der leblosen Hand) und finden dann auch noch heraus, dass der Wagen bewegt worden sein muss. Klingt erstmal nicht so unspannend, oder? Im weiteren Storyverlauf wird aber kein (!) Sterbenswörtchen (!) mehr über die Hintergründe verloren. Weder wird geklärt, wer der Tote ist, noch warum sich ein Katholik das Leben nimmt (geht ja eigentlich gar nicht), noch was die total überflüssige Sache mit dem wegrollenden Fahrzeug sollte. Wer bitte schreibt so einen Mist?

So, Rest der Geschichte: Leute bleiben im Fahrstuhl stecken, jeder von denen hat irgendwas auf dem Kerbholz. Immer mal wieder fällt das Licht aus, wenns wieder angeht ist einer tot. Klar, Paranoia greift um sich, die Wachmänner und die Cops werden aufmerksam und versuchen (natürlich vergeblich) irgendwas zu tun. Ein mexikanischer (?) Wachmann, super-duper-oberreligiös natürlich, weiß ganz genau, was da vor sich geht (siehe oben…Teufel…blasülz) und erklärt es dem Cop.

So, kommen wir zum Höhepunkt der Geschichte: Am Ende sind noch zwei Personen am Leben, man kann also annehmen, dass einer von beiden der Teufel ist, der die anderen gekillt hat. Mann und Frau im Lift…Licht geht aus…wieder an…Frau liegt mit durchtrennter Kehle blutend auf dem Boden herum. Oooops. Hinter dem Überlebenden erhebt sich ein anderer, vermeintlich schon toter Charakter (eine nervige alte Frau) und offenbart inklusive „uuuhh-ahhh-dunkle-augen-und-fiese-stimme“-Effekt, dass sie der Teufel ist. Er bietet an, dass der Teufel lieber ihn mitnehmen soll und dafür die Frau (sterbend) am Leben bleiben soll. Von soviel Selbstlosigkeit beeindruckt sagt der Teufel…Achtung, jetzt kommts: „Mist, und ich hätte dich so gern mitgenommen!“ (sinngemäß) und verpufft. Krasse Scheiße, oder? So ein Megabullshit, was ist denn das für ein bescheuertes Ende???

Alle die dachten, „The Happening“ wäre der Tiefpunkt gewesen, werden mit „Devil“ eines besseren belehrt, leider. Absoluter Anti-Filmtipp.

Weiter so, Leo!

Gestern gerade „Shutter Island“ gesehen. Hab den damals im Kino verpasst und mir den Streifen nun auf DVD gegönnt. Ich wusste nicht genau, was mich erwartet, aber Mann, der DiCaprio macht ja echt gute Filme in der letzten Zeit…

httpv://www.youtube.com/watch?v=HYVrHkYoY80

Hammerfilm, die Atmosphäre ist zum Schneiden dicht, auch wenn man ziemlich früh merkt, dass mit dem Hauptcharakter etwas nicht stimmt. Die Story mit seiner Frau ist wirklich starker Tobak, hat mich sehr an „Inception“ erinnert, wo sich auch langsam während des Filme herausstellt, was wirklich passiert ist. Wo „Inception“ aber mehr oder weniger offen endet (und ich bin der Meinung, dass er nach wie vor in einem Traum ist! Man achte u.a. auf das, was der alte Chinese in dieser „Träumerhöhle“ sagt…) ist das Ende von „Shutter Island“ ziemlich böse…aber sehen Sie am besten selbst.

Sehr guter Film von Martin Scorcese mit einem hervorragenden Leonardo DiCaprio.