Karkand, Du hier?

Ein wenig ist das fast wie nach-Hause-kommen, wieder durch die Straßen von Karkand zu schleichen und auf Feinde zu lauern. Ja, ich habe gerade den ersten DLC zu BF3 angezockt: „Back to Karkand“. Sofort kommt das alte Gefühl jener durchzockten Nächte wieder hoch und ja, es macht nicht nur noch immer Spaß, sondern mit der neuen Technik sogar richtig viel mehr Spaß als im schon einige Jahre alten Vorgänger. Waren damals Häuser und Hindernisse unzerstörbar, lässt sich nun fast alles in Schutt und Asche legen, Hausfassaden inklusive. Wer schon immer die lästigen Sniper buchstäblich aus dem Gebäude ballern wollte, hat nun die Chance dazu. Die Engine ist wirklich ein Hammer, was aber auch dazu führt, dass meine 5870 nur auf „High“ und ohne Deferred AA wirkliche flüssige Action auf den Screen bringt. Das AA ist, ebenso wie die Ambient Occlusion, ein echter Performancekiller.

Schön, dass man die neuen Waffen im Rahmen kleiner Missionen freispielen muss und nicht sofort auf dem silbernen Tablett serviert bekommt. So schafft das Addon neben der Abwechslung auch Motivation. Wobei ich sagen muss, dass die Partie auf „Wake Island“ ziemlich ernüchternd war. Fast unbezwingbare Helikopter und Flugzeuge, die man selbst mit geeigneten Waffen nur in Ausnahmefällen vom Himmel holt, machen das Ganze zu einer ziemlich öden Angelegenheit. Dafür rocken natürlich „Sharqui Peninsula“, „Strike at Karkand“ und „Gulf of Oman“ richtig, an einigen Stellen sinnvoll erweitert und absolut atemberaubend vom Look. Ich habe heute zum ersten Mal gesehen, dass sogar die Armbanduhr meines Soldaten die Sonne reflektiert…ja, das sieht man nur, wenn man gerade erlegt wurde.

Nach einer intensiven Partie sind besonders die Stadtlevels kaum wiederzuerkennen, überall stehen brennende Panzerwracks, liegen Trümmer herum und klaffen Löcher in Hauswänden, die vorher nicht dort waren. Absolut grandios gemacht und ein würdiges Revival der zu Recht beliebtesten Maps aus BF2.

Ach ja, so ziemlich jeder Besitzer von BF3 sollte den DLC kostenklos bekommen, denn der ist Bestandteil der „Limited Edition“, die hierzulande die normale Ladenversion ist.

Also, wie sehen uns in Karkand. Hoffentlich im selben Team.

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Amok am Bildschirm

Manchmal ist das Leben echt unheimlich. Zwei Tage vor dem Massaker in Norwegen habe ich Uwe Bolls „Rampage“ gesehen, ein Film über einen Amokläufer, der in seinem  Blutrausch eine halbe Stadt auslöscht (und zuerst das Polizeirevier mit einer Bombe in einem ferngesteuerten Lieferwagen in die Luft sprengt) und (in der internationalen Fassung!) am Ende davonkommt. In der deutschen Fassung (KJ) wurde natürlich an vielen Stellen die sehr exzessive Gewalt geschnitten und, das ist wirklich ein Hammer, das Ende umgeschrieben. In Deutschland wird der Killer am Ende gefasst und hingerichtet. Es gibt wohl auch eine deutsche Fassung, die ungeschnitten sein soll.

httpv://www.youtube.com/watch?v=VSRSoncoV4k

Filmisch betrachtet sicher einer von Bolls besseren Filmen, was aber angesichts der grottigen anderen Machwerke auch nicht allzu schwer gewesen ist. Auf jeden Fall sollte „Rampage“ als sozialkritischer Film verstanden werden, Szenen mit Bills Eltern oder die Sequenz in der Bingohalle zeigen das recht deutlich. Die sehr krass dargestellte Gewalt ist sicher nicht jedermanns Sache, besonders nach den Ereignissen in Norwegen. Leider ein Film, der denen in die Hände spielt, die sowieso schon immer der Überzeugung waren, dass Medienkonsum Menschen zu Killern macht. „Rampage“ kann leicht als Anleitung zum Amoklauf missverstanden werden. Wobei auch im Falle des norwegischen Irren das Wissen um den Umgang mit Waffen in einem (Trommelwirbel!) Schützenverein erworben wurde und nicht etwa in Modern Warfare 2. Naja, dass die Norweger da etwas weniger rational reagieren ist verständlich. Ich kann dazu nur sagen, dass ich MW2 intensiv und sehr lange gespielt habe und noch immer nicht das Bedürfnis verspüre, im großen Stil andere Menschen zu töten. Aber hey, was nicht ist, kann ja noch werden…Ende des Jahres erscheint Battlefield 3.