„Funken“ ist im Chaotic Revelry Verlag veröffentlicht worden

Premiere: Meine erste Kurzgeschichte ist von einem Verlag im Rahmen einer Anthologie veröffentlicht worden. Ich freue mich über alle Maßen, mich nun tatsächlich mit ein wenig Fug und Recht Schriftsteller nennen zu dürfen. Und, ohne hier spoilern zu wollen, eine zweite Geschichte wurde ebenfalls gerade veröffentlicht, aber dazu schreibe ich noch etwas in einem anderen Artikel.

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„Oberhorror“ heißt der Sammelband, der unter anderem meine Kurzgeschichte „Funken“ enthält. Anfang 2013 nahm ich an einer Ausschreibung teil und reichte eine eher psychologisch angelegte Geschichte ein, die wie eine Schilderung düsterer Ereignisse beginnt und dann eine Wendung hinlegt, mit der nur die wenigstens Leser rechnen dürften.

Die für meine Geschichten typische Ich-Perspektive wird in „Funken“ ausnahmsweise erst in der zweiten Hälfte der Geschichte eingenommen. Und das hat auch seinen Grund 🙂

Besonders motivierend finde ich, dass „Funken“ die erste Geschichte ist, mit der ich überhaupt an einem Wettbewerb teilgenommen habe – und gleich ausgewählt wurde. Zur Zeit der Entstehung von „Funken“ war ich noch als Angestellter in einer 40-Stunden-Woche (natürlich Agentur-typisch plus X) „gefangen“ und nutzte meine Mittagspausen zum Schreiben. Aktuell genieße ich als Selbständiger die unglaublich großartige Freiheit, mir meine Schreib-Zeit selbst nehmen und einteilen zu können.

Alle Geschichten, die bis Ende 2013 fertig sind/werden, also auch „Das Alison-Szenario„, die bisher unveröffentlichten Geschichten „Fegefeuer“, „Risse“ und „Hollowbrook“ sowie hoffentlich noch ein paar mehr (das Ziel waren ursprünglich 10 Geschichten), versuche ich als E-Book-Sammelband zu veröffentlichen. Zu einem moderaten Preis natürlich. Mit Kurzgeschichten wird man nicht reich, das ist mir durchaus bewusst.

Aktuelle Infos zu meiner schriftstellerischen Tätigkeit gibt es auch unter www.facebook.com/ausfinstremtraum. Ich freue mich über „gefällt mir“-Klicks und sonstige Beteiligung.

Ja, er lebt noch. Und er schreibt. Kurzgeschichten.

Der/die eine oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen. Ich widme einen Teil meiner Zeit dem Schreiben von Kurzgeschichten aus dem Horror-, Sci-fi- und Mystery-Bereich. Ursprünglich eher als Ventil für meine Kreativität gedacht, hat es sich nun doch so ergeben, dass bisher zwei meiner Geschichten von Verlagen als würdig für eine Veröffentlichung angesehen wurden. Nachdem ich im Frühjahr 2013 mal spaßeshalber an einer Ausschreibung teilgenommen habe und mein Beitrag auch tatsächlich ausgewählt wurde (!), hat mir das natürlich einen Motivationsschub gegeben. Und nun hat auch eine zweite meiner Geschichten den Sprung zu einer Veröffentlichung geschafft.

Zu Halloween bzw. irgendwann im November werden meine Geschichten „Funken“ (Gemeinheiten auf vier Seiten) und „Jahrestag“ (dreht sich thematisch um Halloween) im Rahmen zweier Anthologien veröffentlicht. Einmal im „Chaotic Revelry Verlag„, das andere Mal in der „HALLER-Literaturzeitschrift„. Wenn es soweit ist, gibt es hier natürlich noch mehr Infos.

Für mich heißt es nun also, fleißig und kreativ weiter zu schreiben, damit „Das Alison-Szenario“ und „Fegefeuer“ (bisher unveröffentlicht) Nachfolger bekommen. Gleichzeitig nehme ich an weiteren Ausschreibungen teil und hoffe natürlich, dass meine Art, Geschichten zu erzählen, weiterhin Anklang findet. Daneben beginne ich so schnell es geht mit der Arbeit an einem Roman, Arbeitstitel „Zeichen“. Die Idee ist da, das Setting steht, jetzt geht es ans Strukturieren, das Ausgestalten der Charaktere und ihrer Geschichten sowie natürlich das Erstellen eines Schreibplans. Einen Roman zu beginnen ist einfach, ihn dann aber auch zuende zu schreiben, ist etwas ganz anderes. Wenn ich daran denke, wie lange ich teilweise für meine Geschichten brauche (auch wenn ich jetzt viel mehr Zeit zum Schreiben habe), habe ich ziemlichen Respekt davor.

Mal sehen, wann ich mit „Hollowbrook“ voran komme. Die Geschichte ist in meinem Kopf bereits geschrieben, aber die Worte haben noch nicht den Weg auf’s digitale Papier gefunden. Das wird auf jeden Fall die abgefahrenste Geschichte bisher, soviel steht fest. Der Plan ist immer noch, dass ich Ende des Jahres (na, ob das was wird) eine Sammlung meiner Geschichten als e-book veröffentliche. Vielleicht direkt über Amazon, natürlich zu einem angemessenen Preis.

Auf jeden Fall wird es demnächst eine eigene facebook-Seite rund meine Schreibaktivitäten geben. Irgendwie muss man ja eine Fanbasis aufbauen, nicht wahr?

So, und jetzt wieder an die Arbeit.

Da hatte ich mehr erwartet: Rezension zu „Hanging Hill“ von Mo Hayder

Ich habe bereits einige Romane von Mo Hayder gelesen (Walking Man-Serie) und fand diese bislang immer gelungen. Die Charaktere, die Handlung, die Ermittlungsarbeit und das Drumherum erschienen mir bislang immer stimmig.“Ritual“,  „Skin“ und „Gone“ waren auch einfach spannend bis zum Schluss, wobei ich Hayder das Happy End bei „Gone“ fast ein wenig übel nehme.

„Hanging Hill“ bringt technisch gesehen alles mit, was einen guten Roman ausmacht. Ein Mord, üblicherweise inklusive diverser Hässlichkeiten an der Toten, hinterlassene Botschaften des Killers und ratlose Ermittler eröffnen das Buch dann auch entsprechend interessant. Die vorgestellten Charaktere sind in meinen Augen allerdings ziemlich schablonenhaft geraten. Die Ermittlerin trägt eine mehr oder weniger zwielichtige Vergangenheit als Stripperin mit sich herum und neigt zur Selbstverletzung (müssen Protagonisten in Thrillern immer zwangsläufig auch selbst irgendwie gestört sein? steht das irgendwo gesetzlich festgeschrieben?) ihre Schwester ist geschieden und finanziell abgebrannt. Dann gibt´s da noch den Pornoproduzenten, der ein echtes Ekel ist, die hübsche Psychologin, die den Männern den Kopf verdreht und so weiter. Alles in allem sicher passend, langfristig wirkt das aber konstruiert. Zum Beispiel weil die Story so gebaut ist, dass die Schwestern sich im Rahmen der Ermittlungen nicht nur über den Weg laufen, sondern beide direkt in den Fall involviert sind. Ohne zu spoilern kann ich hier sagen, dass diese Konstellation unter anderen Ausgangsbedingungen sehr viel weniger vorhersehbar gewesen wäre. Hayder versucht, die Geschichte in sich geschlossen zu präsentieren, was auf mich unglaubhaft wirkt. Wie realistisch ist es bitte, dass Schwestern, die normalerweise so gut wie einen Kontakt haben, in denselben Fall verwickelt werden, in den dann auch noch jemand verstrickt scheint, der die Ermittlerin noch aus ihrer Zeit als Stripperin kennt? Ach bitte, noch dicker aufzutragen war wohl nicht möglich? Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen.

Die anfangs aufgebaute Spannung durch den Mord an einem jungen Mädchen verläuft sich leider bald in anderen Storyarmen. Hier verschenkt Hayder viel Potential. Durch weite Teile des nicht besonders umfangreichen Romans musste ich mich regelrecht durchkämpfen. Der nette und gemeine Twist am Schluss macht das zwar zum Teil wieder wett, aber hier wäre deutlich mehr Spannung rauszuholen gewesen.

„Hanging Hill“ ist kein schlechtes Buch, bleibt aber nach meinem Empfinden recht weit hinter den Spannungskurven der Walking Man-Serie zurück. Schade.

„Das Alison-Szenario“, Kurzgeschichte (sci-fi)

„Das Alison-Szenario“, Kurzgeschichte (sci-fi)

Lang hat es gedauert, doch nun kann ich stolz verkünden, dass die erste Kurzgeschichte aus meiner digitalen Feder das Licht der Welt erblickt hat!

„Das Alison-Szenario“, angesiedelt im Science-fiction Genre, steht ab sofort zum Lesen bereit. Ich freue mich über Kritik und bin gespannt auf Rezensionen.

>> Hier „Das Alison-Szenario“ im embedded reader lesen.

Auch als PDF-Download verfügbar.

Gleichzeitig arbeite ich bereits an zwei weiteren Geschichten, die eher dem Horror- („Fegefeuer“) und Mysterybereich („Hollowbrook“) zuzuordnen sind. Man darf also gespannt bleiben.

Zielstellung für 2013: Am Ende des Jahres sollen mindestens zehn Geschichten stehen, die dann vielleicht irgendwie als eBook oder dergleichen veröffentlicht werden. Schreiben ist auf jeden Fall ein hervorragender Weg, um den Kopf von kreativem … ja, Ballast … frei zu bekommen. Neben dem Musikmachen, was allerdings noch zeitintensiver ist und nicht mal eben mit dem Notebook auf dem Schoß erledigt werden kann, ist das Schreiben im Moment mein kreatives Auslassventil.

Demnächst wird es eine eigene Unterseite auf kheryha.de geben, die sich nur den Geschichten widmet und eventuell lege ich auch noch eine separate facebook-Fanpage an. Es darf also geliked werden!

2012 – Abschlussbericht

2012 war ein gutes Jahr. Selbst wenn die Welt wirklich unterginge, könnte ich das sagen. Beruflich und privat ist alles in Ordnung, ich habe es sogar fertig gebracht, eine Kurzgeschichte fertig zu stellen und ein wenig Musik zu machen, yay!

Schreiberei
Die etwas hintergründige Science-fiction-Geschichte „Das Alison-Szenario“ gibt’s demnächst hier im Blog zu lesen, „Fegefeuer“, eher im Horrorgenre angesiedelt, folgt schnellstmöglich. Und ich habe auch schon jede Menge weiterer Ideen, die niedergeschrieben werden wollen. Vielleicht versuche ich irgendwann sogar, ein paar Geschichten zu verkaufen. Ach ja, ich nehme auch an einem Schreibwettbewerb für Horrorkurzgeschichten teil, das habe ich mir aber für nach den Feiertagen aufgehoben. Da ist also noch jede Menge zu tun in 2013.

kheryha & lito
Musikalisch sieht es nicht ganz so gut aus. Zwar steht „Cassandra Syndrome“ von lito kurz vor der Fertigstellung des rough-mix, aber insgesamt fehlte hier einfach die Zeit. „Shock & Awe“ hatte ich erst mal auf Eis gelegt, das wird aber auf jeden Fall in 2013 wieder aufgenommen, genau wie eine modernisierte Version von „Electronic Counter Measures“. Sich wirklich dran zu setzen und in meinen Ohren brauchbare Musik zu schreiben, ist eine sehr zeitintensive Sache. Die Tatsache, dass ich seit geraumer Zeit wieder voll auf dem Goa-Trip bin, wird sich wohl auch musikalisch niederschlagen, wenn auch lito nicht unbedingt viel mit Trance zu tun hat. „Cassandra Syndrome“ ist jedenfalls kein Gute-Laune-Stück, aber was anderes ist hier ja auch nicht zu erwarten. Demnächst gibt es einen Alpha-Mix zu hören.

Von kheryha kommt in 2013 auch irgendwas. Bestimmt. Momentan steht aber lito im Vordergrund. Mit demnächst mal aufgerüsteter Hardware (Geld, anyone?) werden dann endlich auch wieder Vocals aufgenommen!!!

Berufliches
Neuer Arbeitgeber seit Februar 2012, im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Natürlich findet man immer was zum Meckern, aber im Vergleich zur Zeit davor ist es momentan geradezu paradiesisch. 2013 wird meine Nebentätigkeit als Fachreferent und Consultant für Social Media, Webprojekte und generell Online-Dinge (Cybermobbing, Games, Jugendschutz) stärker als in 2012 vorangetrieben. Bereits jetzt sind fünf Termine im ersten Halbjahr geplant und ich hoffe, dass es im zweiten auch ungefähr soviele werden.

Projekt „Carne Vale“
Seit fast zwei Jahren lebe ich nun vegetarisch und das wird sich auch nicht mehr ändern. Bewusstseinstechnisch mache ich vielleicht den einen oder anderen kleinen Schritt hin zur veganen Lebensweise, einen völligen Umschwenk möchte ich aber weder mir noch meiner Umwelt zumuten. Aber so Dinge wie veganer Lederersatz sind schon nicht so uninteressant. #schuhe

Ausblick
2013 soll noch besser werden als 2012. In künstlerischer Hinsicht will ich Nägel mit Köpfen machen und tatsächlich Musik und Geschriebenes veröffentlichen. Beruflich soll er bergauf gehen und es wird sich zeigen, ob eine Vollzeit-Festanstellung weiterhin das richtige Modell dafür ist, oder die Entwicklung eher zu einem Teilzeitmodell geht und der Rest mit freiberuflichen Dingen aufgefüllt wird.

Geschmack und so

Ach, immer diese Diskussionen darüber, welche Kunst nun die beste ist. Gerade hatte ich auf facebook wieder so einen Fall und ja, ich habe mich zum Teil hinreissen lassen mit zu machen. Dabei kann es wohl ohnehin keine objektive Wahrheit dazu geben, ob z.B. Filme mit Til Schweiger von vornherein fantastisch sind (wie sehr viele Deutsche offensichtlich finden) oder von vornherin grober Müll (wie ich finde). Ich kann auch sehr gut verstehen, wenn jemandem „Mulholland Drive“ nicht gefällt, weil es ein schwer zugänglicher Film ist, der nach der ersten Sichtung mit einem unbefriedigten Gefühl ausklingt, da man irgendwie nichts verstanden hat. Ich finde den Film grandios, gerade weil man ihn sich mehrmals anschauen muss und es keine richtige Deutung gibt. Aber nur weil ich „The Quality of Mercy“ für eine der allerbesten Outer Limits-Episoden halte, muss das nicht jeder so sehen.

Warum ist es also so schwer, einfach hinzunehmen und zu akzeptieren, dass man über Filme, Musik, Malerei etc. gar nicht objektiv streiten kann? Vielleicht liegt es ja daran, dass man sich selbst mit den Dingen identifiziert, die man mag und einen „Angriff“ darauf auch als Angriff auf einen selbst empfindet? Wahrscheinlich ist das so. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Fans von Til Schweiger und Xavier Naidoo, obwohl ich annehme, dass diese nicht gerade zu den Stammlesern meines Blogs gehören. Es gibt halt so Personen (manche nennen sie Künstler), mit deren Werken ich mich absolut überhaupt nicht identifzieren kann. Aber so ist das wohl. Meine Begeisterung für Emilie Autumn mag auch nicht nur auf Zustimmung treffen.

Und doch ist es schön, sich miteinander in den Streit darüber zu begeben, ob „Moon“ nun ein doofes oder ein hochphilosophisches Ende hat. Vielleicht ist der Reiz daran, dass man immer bis zu einem bestimmten Punkt diskutieren kann, bevor eine Grenze erreicht wird, an der man sachlich nicht weiterkommt. Fast wie bei Religion.

Aber das ist ein anderes Thema. Gott sei Dank.

Ein Buch, mich zu knechten (II)

Und es ist vollbracht! Ich habe Ayn Rands „Atlas Shrugged“ zu Ende gelesen, das Buch, neben dem selbst der Herr der Ringe wie eine Kurzgeschichte wirkt. Gut, das ist übertrieben, aber ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viel Text auf eine Seite gepresst wurde. Anfangs war das wirklich erschlagend, doch nun, nach Monaten des Lesens (ja, ich habe nicht allzu viel Zeit zum Lesen) kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat, die mehr als 1000 Seiten in winziger Schrift mental zu inhalieren.

Was ich anfangs für kaum möglich hielt, ist letztlich doch eingetroffen und hat mich motiviert, tiefer in Rands Kosmos einzutauchen: „Atlas Shrugged“ ist spannend. Spannend auf eine Art, die nichts mit Effekthascherei zu tun hat, sondern eher auf eine morbide Art. Der Niedergang der gesamten Menschheit wird auf eine schleichende und gemeine Weise beschrieben, die Machtlosigkeit gegen den Moloch der Gleichmacherei und das langsame Zusteuern auf eine Art großen Endkollaps sind bis zum Ende des Buches (und eigentlich auch darüber hinaus) tragende Motive. An einigen Stellen blitzen winzige phantastische Elemente durch, im Speziellen bei zum Schluss hin entwickelten Technologien. Aber ich will hier nicht rumspoilern.

Rands philosophischer Ansatz erscheint zunächst merkwürdig, stellt sie doch die Verfolgung eigener Interessen, die Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen und die totale Aufopferung für die eigenen Ziele als Ideale dar. Im Kontext des Buches und der darin geschilderten Welt stellen die Hauptfiguren wie Dagny Taggart oder Hank Rearden Archetypen des von Rand propagierten Menschenbildes dar, während der Rest der Menschheit (mit wenigen Ausnahmen) das Streben nach persönlichem Erfolg ablehnt. Zwar wird dieser Zustand von Rand im Verlauf der Handlung glaubhaft dargelegt, ist aber aus meiner Sicht selbst im pessimistischsten Blick auf unsere Welt schlicht unrealistisch. Es ist kaum vorstellbar, dass beinahe alle (!) Menschen sich einer Moral unterwerfen, in der die Bereitschaft zu persönlicher Leistung als böse und falsch abgelehnt wird. Ich hoffe das zumindest. Die übersteigert heroischen und moralisch sowie geistig überlegenen Figuren, die „Helden“, wenn man so will, stehen dabei sinnbildlich für den Menschen, den Ayn Rand als Idealbild ansieht. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass jemand nach den ersten dreihundert Seiten das Buch wieder zur Seite legt, weil die Charaktere schablonenhafte Abziehbilder sind und weil deren absolut geradlinige Handlungsweise völlig „unmenschlich“ ist. Die Helden kennen kein Zögern, keine Unsicherheit, nur entschlossenes, rationales und aufrechtes Handeln, welches letztlich auch fast immer zu einem furiosen Erfolg führt. Realitisch? Nein. Sinnvoll für die Handlung. Ja! Denn nur auf diese Weise gelingt es Rand, die Welt so darzustellen, wie sie sie sieht.

Das Ende des Buches überlässt es angenehmerweise dem Leser, sich selbst einen Reim darauf zu machen, was danach kommt. Alles andere hätte dem Werk dann wohl endgültig die Pathos-Krone aufgesetzt, daher finde ich es gut, dass Rand hier nicht weiter ins Detail gegangen ist.

Ein gewaltiges Buch ist dieses „Atlas Shrugged“, soviel steht fest. Eine absolute Empfehlung kann ich indes nur demjenigen aussprechen, der sich auf ein extrem umfangreiches und teils nur mühsam voran kommendes Buch einlassen will. Wenn man es dann aber geschafft hat, hinterlässt „Atlas Shrugged“ einen bleibenden Eindruck.

Einen positiven, bei mir.

Geschnitten, oder lieber gedruckt?

Es ist schwer, in Deutschland eine ungeschnittene Version vieler aktueller Filme aus dem Horror- oder Actiongenre zu bekommen. Gleiches gilt für Computerspiele, die selbst dann, wenn sie das rote „keine Jugendfreigabe“-Logo tragen, nicht in der Originalversion erhältlich sind. Ob der Horrorklassiker „Hellraiser II – Hellbound“ (in der 18er-Fassung!) u.a. um eine lange und äußerst blutige Szene gekürzt wurde (siehe Minute 26), oder ob in „Bloodrayne 2“, einem Spiel über eine Halbvampirin mal eben sämtliches Blut und die kompletten Splattereffekte fehlen. Kennt man, Deutschland eben. Daher bestellt man aktuelle Spiele ja auch im Ausland. Ich habe jedenfalls keine Lust darauf, als volljähriger Bürger vom Staat bevormundet zu werden. Zumindest bei Filmen gibt es allerdings Licht am Ende des Tunnels, einige Klassiker wie Terminator oder auch die Hellraiser-Reihe sollen bald (oder sind es zum Teil schon) auch in Deutschland offiziell ungeschnitten verfügbar sein. Das hat wohl damit zu tun, dass Indizierungen irgendwann ablaufen, sofern keine Folgeindizierung beantragt wird.

Bei Büchern sieht das Ganze etwas anders aus. Da scheint es kein System wie FSK/USK zu geben, mir ist zumindest keines bekannt und ich habe noch nie etwas von Altersfreigaben bei Büchern gehört. Empfehlungen gibt es, aber keine verbindlichen Freigaben. Und dabei habe ich mich schon des öfteren gefragt, ob im Buchhandel darauf geachtet wird, ob sich ein Zwölfjähriger „American Psycho“ kaufen möchte. Das Buch war in Deutschland immerhin einige Jahre indiziert. In meinen Augen kein Buch, das das seelische Gleichgewicht eines Erwachsenen zerstören wird, aber in Kinderhände gehört es sicher nicht.

Ich habe vor einiger Zeit „Sorry“ von Zoran Drvenkar gelesen, war ein Geschenk. Da wird gleich auf den ersten Seiten recht drastisch beschrieben, wie jemand mit einem Nagel durch die Stirn buchstäblich an die Wand genagelt wird. Während derjenige noch lebt, wohlgemerkt. Auch im Weiteren geht es durchaus zur Sache, sexueller Missbrauch, diverse Morde und so weiter. Ein echtes Kinderbuch. Nicht. Nirgends findet sich ein Hinweis zur Altersfreigabe. Dabei wäre es nur gerecht, wenn auch Bücher mit einem großen, hässlichen Logo verschandelt würden, wie es ja Computerspielen und Filmen ergeht.

Sind Bücher unbedenklich, was einen Einfluss auf die Psyche des Lesers angeht? Kann ich mir schwer vorstellen, denn immerhin entsteht das Grauen hier ja direkt im Kopf. Ich habe vor vielen Jahren viel Stephen King gelesen und einige der Geschichten sind bis heute noch gruselig. „Das Schreckgespenst“ zum Beispiel, gemeines Ende. Fand ich als Kind wirklich extrem übel. Heute reicht ja der Griff ins „Thriller“-Regal um direkt detailliert beschriebene Morde und drastische Gewalt serviert zu bekommen. Blutig muss es sein, Menschen müssen grausam abgeschlachtet werden, damit auch ja Spannung und Nervenkitzel aufkommen. Alles total legal und frei verkäuflich. Damals reichte noch Sherlock Holmes, heute müssen es Serienkiller sein. Zeitgeist wahrscheinlich. Aber irgendwie wirkt es bizarr, dass Filme und Games kritisch beäugt, gekürzt, indiziert oder gleich beschlagnahmt werden, sobald dort Waffen wie eine Nagelkanone oder dergleichen zum Einsatz kommen, in „Sorry“ darf aber völlig legal und ungeschnitten jemand an die Wand genagelt werden. Die Kürzungen in Filmen/Spielen erfolgen dabei nicht durch die FSK/USK, sondern durch die Hersteller der Produkte, um die Chance auf eine Freigabe in Deutschland zu erhöhen. Das schützt vielleicht das Image der Jugendschützer, die dann stolz verkünden können, mal wieder Deutschlands Kinder gerettet zu haben, indem sie einem Film nur gekürzt eine Freigabe erteilt haben, aber die Jugend schützt es nicht. Ob Flughafenmassaker in „Modern Warfare 2“ oder böse zerhackte Menschen in „Bloodrayne 2“, wenn man´s will, kommt man dran. Aus Österreich bestellt und am nächsten Tag geliefert, zack. Illegal ist das nicht, es schadet zwar der deutschen Wirtschaft, was ich aber nicht als meine Schuld ansehe.

In sofern sind Bücher viel wirtschaftsfreundlicher. Einfach in den Laden gehen, Thriller einpacken, dem Buchhändler Geld in die Kasse spülen und zu Hause Dinge genießen (?), die es so niemals in eine deutsche DVD-Veröffentlichung oder die deutsche Version eines Computerspiels schaffen würden. Einfach. Legal. Blutig. Vielleicht erklärt das die ungebrochene Beliebtheit des Buches.

Ich sollte wieder mehr schreiben. Einen Thriller vielleicht, mit Serienkiller?

Ein Buch, mich zu knechten

Es kommt nicht häufig vor, dass ich nach zweihundertfünfzig eng beschriebenenen Seiten in gefühlter Schriftgröße 5 in einem Roman noch immer das Gefühl habe, erst ganz am Anfang einer Geschichte zu sein. Ayn Rands „Atlas Shrugged“ gibt mir dieses Gefühl. Es ist ein wahres Monster von einem Buch. Mehr als tausend Seiten, die wirklich sehr viel dichter bedruckt sind als in den meisten anderen Büchern, natürlich im englischen Original und damit nicht so flüssig zu lesen wie in Deutsch, stellen eine echte Herausforderung dar. Aber ich will es ja auch gar nicht anders. Schließlich ist mir meine begrenze Lesezeit zu schade, um einfach schnell irgendwas zu lesen. Dann lieber etwas, das sowohl vom Umfang her als auch vom Inhalt fordert.

Mein derzeitiger Eindruck vom Buch lässt sich wie folgt beschreiben: Frustrierend-dystopische Gesellschaftsvision trifft auf „über“- bzw. „un“menschliche Charaktere, die an der Grenze zur Soziopathie entlangstreifen, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Ernst nehmen kann und darf man Figuren wie Hank Rearden und Dagny Taggart nicht, zu unrealistisch und aufgesetzt sind sie. Das konsequente Verneinen jeglicher menschlicher Emotion, jeglichen Gefühls und die komplette Fixierung auf beruflichen Erfolg mögen als Metapher funktionieren, nicht aber als glaubwürdige Charaktere. Als Gegenentwurf zur von Rand beschriebenen Gesellschaft, in der alles Individuelle entwertet und verteufelt wird, das Streben nach Erfolg als unsozial angesehen wird und an Kommunismus angelehnte Gleichmacherei betrieben wird, taugen sie dennoch ziemlich gut. Was allerdings den unrealistischen Eindruck weiter verstärkt ist die Tatsache, dass die Hauptpersonen quasi der gesamten Gesellschaft und schier unüberwindlichen Problemen die Stirn bieten und (bisher) immer erfolgreich sind. Scheitern, Resignation, Aufgabe, all das existiert nicht für Rands Hauptfiguren. Es ist natürlich ebenfalls Geschmacksache, seitenlangen Beschreibungen mehr oder minder uninteressanter Gedankengänge zu folgen und den kaum nachvollziehbaren, weil wirklich krankhaft auf Arbeit und Erfolg fixierten Gedanken der Hauptpersonen zu lauschen. Aber langweilig ist es nicht.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickelt, auch wenn es bei meinem derzeitigen Lesetempo (auf dem Weg zur und von der Arbeit ist einfach nicht viel Zeit) noch Wochen dauern wird, bis ich weiß, wie „Atlas Shrugged“ ausgeht.

Und danach „The Fountainhead“? Mal sehen.

Der Emilie-Effekt

Ja, als „Plague Rat“ bin ich vielleicht nicht ganz objektiv, aber ich kenne niemanden, der mich künstlerisch mehr inspiriert als die wunderbare Emilie Autumn. Seit ich vor Jahren das erste Mal über einen EA-Song bei youtube gestolpert bin, haben mich die Künstlerin, ihre Musik und das ganze Drumherum nicht mehr los gelassen.

Ich neige normalerweise nicht zu heftigem „Fan-Tum“, aber bei EA habe ich schlicht keine Wahl. Zu tiefgründig sind die Texte, zu abwechslungsreich und kreativ sind ihre Alben, zu fantastisch das Styling, zu reizend die Bloody Crumpets, zu sympathisch die Künstlerin, als dass ich sie einfach nur „gut“ finden könnte. Wo ihre Musik bei mir schon immer für gepflegte Melancholie und gleichzeitig gute Laune (nein, das ist kein Widerspruch) sorgt, sind die Liveshows immer ein unglaubliches Erlebnis.

Emilie Autumn „Girls, Girls, Girls“ live

Besonders die enorme stilistische Bandbreite der Musik fasziniert mich immer wieder auf’s Neue, denn zwischen klassischer Musik, viktorianischen Klängen, verzerrter Violine und verspielter Elektronik offenbart Ms. Autumn immer wieder eine Unmenge an Ideen, Inhalten und Emotionen. Dabei können auch die rein instrumentalen Stücke wirklich Gänsehaut verursachen. So geht es mir immer bei „Face the Wall“.

Emilie Autumn „Face the Wall“ live

Nach einem EA-Konzert bin ich immer für eine Weile unglaublich inspiriert, voll mit Ideen und fühle mich, aller Unbill der Welt zum Trotze, den ganzen Tag über gut und ausgeglichen. Ich nenne das den Emilie-Effekt. Leider kommt Emilie, die an sich eine wahrhaft vorbildliche Tourdisziplin an den Tag legt, immerhin spielt sie so gut wie jedes Jahr auch in Berlin, einfach immer noch nicht oft genug auf Tour, um die gute Laune ohne Durchhänger aufrecht zu erhalten.

Immerhin erscheint mit „Fight Like A Girl“ bald das neue Album, das dann ganz sicher ähnlich gut funktioniert wie ein Konzert. Release date, anyone???