Kurzreview: Spring Breakers

Endlich bin ich mal wieder dazu gekommen, mir ein paar Filme anzuschauen. Leider war das Ergebnis wie so oft eher ernüchternd. Naja, vielleicht habe ich auch einen Geschmack, den einfach nur Regisseure wie David Lynch treffen, wer weiß.

„Spring Breakers“ sollte es also sein, davon hatte ich im Vorfeld schon einiges gelesen.
Hier der Trailer:


Ich erwartete also eine sozialkritische, gewalttätige Abrechnung mit der Oberflächlichkeit der Gesellschaft, das Ganze in Videoclipoptik mit hübschen Mädels und Britney Spears-Songs. Nun ja, in Teilen wurden die Erwartungen erfüllt: es wird mehrmals Britney gesungen, einige Sequenzen könnten tatsächlich aus einem Musikvideo stammen und verdammt, Vanessa Hudgens kann ja wirklich echt heiß aussehen. Das war es aber schon auf der Haben-Seite.

Nun zu den Dingen, die mir am Film nicht gefallen. Die gesamte Handlung ist oberflächlich, löchrig zusammengeschustert, teils höchst unrealistisch und erzeugt absolut keine Spannung. Die Mädels fahren zum Spring Break, machen Party, werden verhaftet, von einem Kleinkriminellen freigekauft und arbeiten dann für den. Freiwillig! So weit, so WTF! Die Rolle von Selena Gomez ist so überflüssig wir klischeebeladen. Ja, natürlich soll hier das religiös-heuchlerische Amerika angegriffen werden, aber das geschieht so platt und langweilig, dass es nervt. Irgendwann in der Mitte des Films hat die Selena dann genug und fährt einfach wieder nach Hause. Weg ist sie. Gut so. Eine andere aus der Truppe wird später angeschossen (!) und fährt dann auch einfach nach Hause zurück. Die beiden verbleibenden Mädels steigern sich weiter in den Traum vom Gangsterleben und metzeln am Schluss eine ganze Herrschar von Baddies nieder. Mit Glock 18-Pistolen (bzw. umgebauten Glock 17, das kann man nicht erkennen), im Bikini und ohne einen Kratzer abzukommen. Noch dazu wieder mit der Hollywood-typischen Endlosmunition, denn trotz verlängertem Magazin verballern die Girls in der Endsequenz ein Vielfaches der vorhandenen Muni. Mich stört sowas.

Danach geht es zurück nach Hause, als wäre nichts gewesen.

Kleines Detail am Rande: In der deutschen Kaufversion wird am Ende eine Texttafel eingeblendet, aus der hervorgeht, dass die Mädels doch nicht (wie im Original) ungeschoren davon kommen. In meiner Videothekenversion war diese allerdings nicht enthalten.

Insgesamt gebe ich 6 von 10 Punkten. „Spring Breakers“ ist ein Film, der viel mehr hätte sein können, wenn sich hier mal wirklich was getraut worden wäre. Ja, Drogen, ja, Schimpfwörter, ja, Waffen. Aber das alles erscheint so nach Plan zusammengemischt, um ein wenig zu provozieren, dass diese Wirkung bei mir völlig verpufft ist.

Ein ziemlich lahmer Spring Break.

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Dümmer als ein Zombie

Der gemeine Hirnfresser zeichnet sich im Allgemeinen nicht durch einen hohen IQ aus. Zumeist reicht es gerade dafür, potentielle Nahrung zu verfolgen und sich diese dann einzuverleiben. Verglichen mit „Resident Evil – Retribution“ wäre besagter Hirnfresser aber intellektuell auf dem Niveau eines Nobelpreisträgers in theoretischer Physik.

Oder anders ausgedrückt: Der Film ist so dermaßen bescheuert, dass selbst mich als Milla-Fan, der automatischen Waffen, blutigen Zombie-Shootouts und Videogame-Inszenierung durchaus etwas abgewinnen kann, einfach nur das kalte Grausen packt.

httpv://www.youtube.com/watch?v=A2_wup1YOqA

Waren ja die ersten vier Teile schon inhaltlich nicht gerade schwere Kost (was bei der Umsetzung eines Survival-Horror-Spiels auch niemand erwartet hätte), so toppt „Retribution“ alles, was an Negativem über die Filmreihe zu sagen ist. Auf eine Story wird diesmal gleich komplett verzichtet, stattdessen reihen sich unzusammenhängende Versatzstücke innerhalb der hanebüchenen Geschichte aneinander. Da wird mit großkalibrigen Waffen im Dauerfeuer auf ein Gebäude geschossen, es sind aber keinerlei Einschüsse zu sehen, da schafft es Ada Wong, von der Mitte eines Raumes aus sämtliches Sicherheitspersonal umzulegen, obwohl dieses hinter diversen Terminals sitzt, die das Schussfeld blockieren, da platziert Umbrella dieses total effektive Umprogrammierungsdingens direkt auf der Brust von Jill Valentine, so dass Alice nur einmal zugreifen braucht, um es zu entschärfen (das ist ähnlich sinnvoll wie den Schutzschildgenerator des Todessterns nicht im Inneren desselben, sondern auf einem nahegelegenen und angreifbaren Mond zu bauen), da ist das CGI-Gemetzel so sauber inszeniert, dass es noch unrealistischer wirkt (keine Blutspritzer an den Wänden) … und so weiter. Seelenlos und einfach ärgerlich hingeschludert. Selbst die Oneliner sind dieses Mal noch eine ganze Ecke dämlicher ausgefallen, wobei ja auch die Vorgänger schon nicht unbedingt Tarantino-Stil aufwiesen, was die Dialoge anging.

Und das offene Ende. Ja, jetzt muss nur noch die Red Queen plattgemacht werden, die nun plötzlich die gesamte Menschheit ausrotten will. Was? Wieso? Versteht das irgendwer? Wo die Teile 1-4 wenigstens noch versucht haben, irgendeine Geschichte zu erzählen, macht man sich diesmal nicht mal mehr die Mühe, das auch nur zu heucheln. Habe ich schon erzählt, dass die Super-Duper-Spezialeinheit, die Alice & Co. retten soll, aussieht wie ein paar Models aus einem Katalog für Herrenmode? Militärische Ausrüstung? Körperpanzerung? Zeug, um es in arktischem Klima auszuhalten? Nee, braucht doch keiner. Die machen das auch so. Und überhaupt, das Setdesign. Lagen da noch Requisiten von „Equilibrium“ herum, oder wie? Guter Film übrigens. Die Rüstungen der Bösen haben mich sehr an den Film von Kurt Wimmer erinnert.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals schreiben würde, aber heute wäre wohl der „Tatort“ mit Til Schweiger die bessere Alternative gewesen.

Ich muss ins Bett.

Sinnlos im Weltraum. Und doof.

Ich mag ja so science-fiction Zeug. Es darf auch gern LowBudget sein, solange Story und Atmosphäre in Ordnung gehen. Am Wochenende habe ich mir also „Prometheus Trap“ aus der Videothek geholt. Dass hier Trittbrett beim Blockbuster (fast) gleichen Namens gefahren wird, ist mehr als offensichtlich. Allerdings hinterlässt der Film selbst bei beinharten Sci-fi Fans wie mir einen schalen Beigeschmack. Story, Ausstattung und Schauspieler gehören zum Schlechtesten, was ich lange gesehen habe. Und das will was heißen.

Cryoschlafkammern, die aus einem Plastik-Wäsche-Sack bestehen, in dem die „Schlafenden“ stehen, mit einem Plastikschlauch zur Beatmung. Sonst nix. Keine Kühlung, nix „Cryo“ also. Da wird der Plastiksack aufgemacht, Schlauch aus dem Mund gezogen und nach zwei, drei Hustern sind die Raumfahrer wach. Klaro. Aber gut, „Lexx“ und Konsorten sind ausstattungstechnisch auch übel, aber haben wenigstens Trash-Charme.

Schlimmer wiegt da, dass die Story einige Logiklücken aufweist. Es gibt ja in „Prometheus Trap“ die (prinzipiell) immer gute Idee eines Zeitparadoxons. Leider ist das nicht komplett durchdacht worden. Also: Die dreiköpfige Crew eines kleinen Schiffs, darunter der Android Finn, stößt auf den Frachter „Prometheus“ und geht an Bord, um ein mysteriöses Waffensystem zu bergen. An Bord angekommen treffen sie auf einen weiblichen Androiden (Artemis), der in der Lage ist, schon vorher zu wissen, was die anderen sagen werden. Uhh, ahh, spannend. Anfangs. Dann stellt sich heraus, dass offenbar eine Zeitschleife vorliegt, denn Artemis erzählt Finn, dass genau dieses Szenario schon hunderte Male stattgefunden hat. Soweit, so gut. Am Ende sind alle tot, das Schiff wird zerstört, die Zeitschleife beginnt von Neuem. Plötzlich erinnert sich Finn, dass er schon mal hier war (Androiden speichern ihr Gedächtnis nämlich außerhalb des Körpers, im Hyperraum!!), er weiß daher, dass Artemis auf sie wartet. So, an dieser Stelle sollte der aufmerksame Leser stutzig werden. Wie kann es sein, dass Artemis sagt, die Schleife habe ich schon hunderte Male wiederholt, Android Finn davon aber nichts weiß, sondern sich erst jetzt daran zu erinnern beginnt? Schwarzes Logikloch, würde ich sagen. Sowas verdirbt mir einen Film ganz gehörig. Und am Ende sieht Finn nur den Ausweg, das Waffensystem aus dem Schiff zu befördern (dieses war natürlich die Quelle des Zeitphänomens) und das Schiff zu vernichten…statt einfach zu verhindern, dass irgendwer die Selbstzerstörung aktiviert, wie es jedes Mal zuvor geschehen ist. Naja, Logik ist auch total überbewertet.

Doofer Film mit grottiger Ausstattung, schlechten Schauspielern und löchriger Story. Bäh.

Aber für diejenigen, die sich auch von sowas nicht abschrecken lassen:

Trailer „Prometheus Trap“
httpv://www.youtube.com/watch?v=AAARklnnfb4

Aber hier noch mal ein Film, der mir trotz simplem Setting sehr gut gefallen hat:

„Alien Cargo“ 1/6
httpv://www.youtube.com/watch?v=HwJ_WbzK01U

Geschmack und so

Ach, immer diese Diskussionen darüber, welche Kunst nun die beste ist. Gerade hatte ich auf facebook wieder so einen Fall und ja, ich habe mich zum Teil hinreissen lassen mit zu machen. Dabei kann es wohl ohnehin keine objektive Wahrheit dazu geben, ob z.B. Filme mit Til Schweiger von vornherein fantastisch sind (wie sehr viele Deutsche offensichtlich finden) oder von vornherin grober Müll (wie ich finde). Ich kann auch sehr gut verstehen, wenn jemandem „Mulholland Drive“ nicht gefällt, weil es ein schwer zugänglicher Film ist, der nach der ersten Sichtung mit einem unbefriedigten Gefühl ausklingt, da man irgendwie nichts verstanden hat. Ich finde den Film grandios, gerade weil man ihn sich mehrmals anschauen muss und es keine richtige Deutung gibt. Aber nur weil ich „The Quality of Mercy“ für eine der allerbesten Outer Limits-Episoden halte, muss das nicht jeder so sehen.

Warum ist es also so schwer, einfach hinzunehmen und zu akzeptieren, dass man über Filme, Musik, Malerei etc. gar nicht objektiv streiten kann? Vielleicht liegt es ja daran, dass man sich selbst mit den Dingen identifiziert, die man mag und einen „Angriff“ darauf auch als Angriff auf einen selbst empfindet? Wahrscheinlich ist das so. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Fans von Til Schweiger und Xavier Naidoo, obwohl ich annehme, dass diese nicht gerade zu den Stammlesern meines Blogs gehören. Es gibt halt so Personen (manche nennen sie Künstler), mit deren Werken ich mich absolut überhaupt nicht identifzieren kann. Aber so ist das wohl. Meine Begeisterung für Emilie Autumn mag auch nicht nur auf Zustimmung treffen.

Und doch ist es schön, sich miteinander in den Streit darüber zu begeben, ob „Moon“ nun ein doofes oder ein hochphilosophisches Ende hat. Vielleicht ist der Reiz daran, dass man immer bis zu einem bestimmten Punkt diskutieren kann, bevor eine Grenze erreicht wird, an der man sachlich nicht weiterkommt. Fast wie bei Religion.

Aber das ist ein anderes Thema. Gott sei Dank.

Vampire, Hexen und dämliche Plots

Ich bin ja so ein Typ, der in eine Videothek marschiert, dort eine gefühlte Ewigkeit verbringt, ohne sich für einen Film entscheiden zu können und dann unverrichteter Dinge wieder abzieht. Ich suche eher nicht nach langweiligem Standard-Mainstream, sondern nach den kleineren, gemeinen Filmen. Diese müssen dann vom Plot her auch noch in etwa meinen Geschmack treffen und sollten, wenn es sich um härtere Vertreter handelt, auch nicht geschnitten sein. Das schränkt die Auswahl immens ein, denn nach wie vor kommen sehr viele Filme in teils böse verstümmelten Fassungen (ironisch eigentlich, das z.B. über einen gekürzten Splatterfilm zu sagen) in die Videotheken. Aber es muss ja nicht immer viel Blut fließen.

Dieses mal nahm ich drei Filme mit, dem 3×3-Angebot (3 Filme für 3 Tage für insgesamt 5 Euro) sei Dank. Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich mir das noch mal überlegt.

An anderer Stelle hier im Blog hatte ich vor einer ganzen Weile bereits mal den Film „The Hamiltons“ erwähnt, den ich insgesamt ganz gut gelungen fand. Nicht zu plakativ, halbwegs glaubhaft und angenehm unaufdringlich wurde eine Story über eine auf den ersten Blick ganz normale Familie präsentiert. Auf den zweiten Blick entpuppten sich die Hamiltons allerdings als Quasi-Vampire, zwar menschlich, aber mit unstillbarem Blutdurst. Nun stand also mit „The Thompsons“ der Nachfolger im Regal (gleiche Familie, anderer Name, da man sich aus dem Staub machen musste). Uncut, nach Aussage auf dem Cover. Ach, der hätte so gut sein können.

Trailer: „The Thompsons“

Die Ausgangslage des Film ist durchaus spannend, der Anfang fällt auch mit ein wenig Blut, skurrilen Personen und einer sich nach und nach aufdeckenden Geschichte ganz annehmbar aus. Ab der Mitte des Films offenbaren sich jedoch deutliche Schwächen. Die Charakterzeichnungen sind schablonenhaft, die Geschichte wird laienhaft erzählt, die Kampfszenen und Special Effects sind einfach schlecht. Alles in allem ein ärgerlicher Film, weil hier mit mehr Story und weniger schlecht gemachter Action deutlich mehr drin gewesen wäre. Statt  „The Thompson“ empfehle ich eher den ersten Teil „The Hamiltons“.

Hmm, das konnte ja eigentlich nur besser werden. Dachte ich.
Also Film Nr. 2 angeschaut: „Airborne – Come Die With Me“. Zugegeben, ich habe Trash erwartet und war dennoch besonders vom Drehbuch derartig unterwältigt, dass es beinahe schmerzte. Aber first things first. Wo fange ich an? Trailer!

Trailer: „Airborne – Come Die With Me“

Ja, das ist Mark Hamill. Wer? Na, Luke Skywalker! Mann, es muss wirklich schlecht um seine Karriere stehen, wenn er solche Filme drehen muss. Also, worum geht es? Ein abgelegener Flughafen, irgendwo, tut nichts zur Sache. Eine bunt zusammen gewürfelte Truppe von Fluggästen will den letzten Flug an diesem Tag nehmen, der trotz eines aufziehenden Super-Duper-Sturms noch starten darf. Ist klar, oder? Man sieht, dass irgend ein Frachtstück in einer ominösen Kiste in die Maschine geladen wird und dass Agenten des SIS (wofür immer die auch zuständig sein mögen) irgendwas damit zu tun haben. Daneben sind noch ein großkotziger Waffenhändler mit zwei Bodyguards, zwei Soldaten und ein paar andere Personen mit von der Partie. Flugzeug startet, nach und nach verschwinden Personen an Bord. Parallel bekommt man mit, dass die SIS Agenten am Boden geblieben sind, was merkwürdig erscheint bei einer doch offenbar so wertvollen Fracht. Es stellt sich nämlich heraus, dass es sich dabei um eine antike chinesische Vase im Wert von 100 Millionen Dollar handelt. Soweit, so unspannend. Ja, dann kommt heraus, dass eine der Flugbegleiterinnen und einer der Bodyguards des Waffenhändlers gemeinsame Sache machen, um die Vase zu klauen. Ach ja, in der Vase wohnt übrigens der Geist eines Donner-, Toten- oder Was-auch-immer-Gottes, der auch noch seine Finger im Spiel hat. An Bord wird also gestorben, der Gott aus der Vase übernimmt ein paar Personen, letztlich lassen die verbliebenen Personen das Flugzeug ins Meer stürzen, um zu verhindern, dass das Böse das Festland erreicht. Das klappt nicht ganz, wie man am Ende sieht.

Klingt gar nicht sooo übel? Ja, ich habe ja auch noch nicht erwähnt, dass es einen Mini-Nebenplot gibt, in dem es darum geht, dass eine der ursprünglich für den Flug vorgesehenen Flugbegleiterinnen angeblich einen Ersatzmann geschickt hat, der dann auch an Bord geht. Als die Verhinderte aber nach dem Take-off am Flughafen eintrifft, weiß sie nichts von einer Vertretung. Klarer Fall, der Ersatzmann ist einer von den Bösen!! Weit gefehlt, dieser Handlungsstrang wird überhaupt nicht (!) mehr verwendet! Die ganze Sequenz ist absolut sinnlos. Hat man hier beim Drehen schlicht vergessen, das noch mit einzubauen? Wer schreibt denn solche Drehbücher? Dass die Agenten nicht mit an Bord gehen, stattdessen aber der neue Eigentümer der Dämonenvase mitfliegt und dieser auch darüber Bescheid weiß (!), dass ein uraltes Böses in seiner Vase wohnt, mag da schon kaum mehr zu stören. Klaro, ein Artefekt von gigantischem Wert mit bösem Inhalt wird per Linienflug während eines aufziehenden Sturms ohne Begleitschutz an Bord über den großen Teich geschickt. Realismus pur. Bäh, was für ein Mist. Hätte charmanter Trash werden können, ist letztendlich aber nur Grütze.

Zum Schluss aber noch ein winziger Lichtblick in Form des dritten Film an diesem filmisch betrachtet eher miesen letzten Wochenende. „Twixt“ hieß das gute Stück, ein ziemlich aufgedunsener Val Kilmer spielt die Hauptrolle. Selbstironie und eine wirklich gute Optik kennzeichnen diesen zwar von der Geschichte her düsteren, aber dennoch eher lockeren Film.

Trailer: „Twixt“

Val Kilmer als abgehalfterter Autor von Hexenromanen landet in einer Kleinstadt, die ihre eigene Gruselgeschichte über einen Massenmord hat. Edgar Allan Poe spielt mit, das Make-up von „V“ ist wirklich nett, es gibt einen recht sinnfreien Nebenplot mit einer Gruppe Gothics (!) und besonders die an „Sin City“ erinnernden Szenen im Film-Noir-Stil wissen wirklich zu gefallen. Mehr als einmal fühlte ich mich an Twin Peaks erinnert, was durchaus ein positives Urteil ist. Zwar endet der Film, der zwischenzeitlich quasi eine Geschichte in der Geschichte (nämlich den Plot des neuen Romans der von Kilmer verkörperten Figur) erzählt, sehr abrupt, aber hinterlässt eher ein gutes Gefühl. Über weite Strecken ist „Twixt“ eher skurril als gruselig und sitzt filmisch zwischen einigen Stühlen. Es ist kein Horror, kein Mystery im klassischen Sinne und auch kein Krimi. So richtig witzig ist der Film auch nicht, es herrscht eher trockene Selbstironie vor. Ich fand ihn gut. Vielleicht lag das aber auch an den miesen Machwerken, die ich mir zuvor angeschaut hatte. Der Trailer wirkt übrigens weit actionreicher, als der Film letztlich ist.

So, dann lieber noch etwas Dexter. Da weiß man, was man hat.

Filmkritik: „Chernobyl Diaries“

Ja, zu Halloween war ich auf der Suche nach einem angemessen düsteren Film und da ich vor einer Weile den Trailer zu „Chernobyl Diaries“ gesehen und die Grundidee spannend gefunden habe, stand der nun also auf dem Programm:

httpv://www.youtube.com/watch?v=Bxfg5wC3Mno

Als S.T.A.L.K.E.R.-Spieler, in dem das Gebiet rund um das Kernkraftwerk und die Stadt Pripyat wirklich grandios dargestellt wird, machte der Trailer natürlich Lust auf mehr. Selbst nachdem ich las, dass die Dreharbeiten gar nicht wirklich im ukrainischen Pripyat, sondern anderswo stattgefunden habe, wollte ich den Film sehen. Klar, Mutanten, die durch radioaktive Strahlung entstanden sind, sind wahrlich ein alter Hut im Genre, aber hey, warum nicht.

Natürlich fängt alles ganz beschaulich an, eine Gruppe Studenten reist quer durch Europa und landet schließlich in Kiew. Von dort aus macht man sich mit einem lokalen Führer auf, einen Abenteuerausflug in die Stadt Pripyat zu machen, unmittelbar in die Nähe des Kernkraftwerks, in dem vor mehr als 25 Jahren eine unvorstellbare Atomkatastrophe stattfand. Spitzenidee, soweit. Dort angekommen besichtigt die Truppe Ruinen, die wirklich genauso aussehen wie in S.T.A.L.K.E.R. (tolles Spiel übrigens). Keine Ahnung, welche osteuropäischen Ruinen dafür herhalten mussten, der Atmosphäre tut das keinerlei Abbruch. Im Gegenteil, das Geisterstadt-Flair ist immens gruselig.

Nach ein wenig Sightseeing soll es dann wieder nach Hause gehen, aber huch, der Kleinbus springt nicht an. Da hat wohl wer die Kabel zerlegt… Also heißt es über Nacht am Ort bleiben. Noch eine Spitzenidee. Und danach geht es dann auch fast ohne Pause gleich los mit dem Rennen, Schreien und Sterben. In den Ruinen der vermeintlichen Geisterstadt gibt es jede Menge Leben, wie die Gruppe schnell feststellen muss.

Technisch ist das alles wirklich sehr überzeugend in Szene gesetzt. Besonders die Szenen, die nur mit Taschenlampen beleuchtet sind, wirken unfassbar großartig. Man fiebert mit, dass jetzt bloß nicht die Batterien schlapp machen. Beeindruckend. Leider verpasst der Film die Möglichkeit, zu einem kleinen, aber feinen Horror-Geheimtipp zu werden, denn es fehlt schlicht an Momenten, die einem das Blut gefrieren lassen. Hier und da mal eine Fratze im Dunklen, ein paar Schockeffekte, aber das war´s auch schon. Klar, spannend ist das Gehetze durch dunkle Gänge, die Schlafplätze der Mutanten etc. schon sehr, aber eine schlaflose Nacht hatte ich danach nicht. Wenn ich da an „The Ring“ denke, uaaahhhh. Das war Horror.

Das Ende des Films passt zwar zur Grundidee, aber überzeugt mich nicht. Hier wäre mehr drin gewesen. Aber ich will nicht noch mehr spoilern.

Zum Ende nur noch ein Let´s Play zu S.T.A.L.K.E.R. Mann, da bekomme ich wieder Lust, das noch mal zu zocken. Gab da ja auch diverse Nachfolger…

httpv://www.youtube.com/watch?v=Lss3-Sp1BLs&feature=relmfu

Ja, das Gelaber von dem Typen macht viel von der Atmo kaputt.

Kurzreview: „Hellraiser – Revelations“

Nur wenige Horrorfilme haben das Genre wohl so mitgeprägt wie die Hellraiser-Reihe. Die ersten beiden Teile sind absolute Klassiker, sowohl was Stimmung und Härte als auch Make-Up-Effekte angeht. Die Szenen mit Julia, die komplett ohne Haut durch die Gegend läuft (Hellraiser II – Hellbound) finde ich noch heute absolut beeindruckend. Die Cenobiten rund um Oberhaupt Pinhead, die Puzzlebox und natürlich Ketten, Haken, auseinander gerissene Menschen und diverse Oneliner wie „Wir haben die Ewigkeit, um Dein Fleisch kennen zu lernen“ machen das Flair der Filme aus.

Nach den fantastischen ersten beiden Teilen folgte mit „Hellraiser – Hell on Earth“ ein dritter, der neben einer sehr ansehnlichen Terry Farrell zumindest ein wenig Cenobiten-Action und ein paar nette Ideen bot. Die dann folgenden Teile 4 bis 8 schwankten zwischen „ganz okay“ und „total überflüssig“. Nun steht also Teil 9 in der Videothek und natürlich habe ich mir den angeschaut.

httpv://www.youtube.com/watch?v=orWK-QlPSfg

Ja, ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Dieses neuste Machwerk ist wahrlich eine Ausgeburt der Hölle, denn vieles wird hier so schlecht gemacht, dass man weinen möchte. Der Found-Footage-Stil am Anfang ist Geschmacksache und wird in den Rückblick-Zwischensequenzen auch nicht konsequent durchgezogen, was immens an der Glaubwürdigkeit kratzt. Viel schlimmer indes ist der neue Pinhead, da Doug Bradley in „Revelations“ nicht mehr den Pinhead geben wollte. Leider. Lächerlich, bestenfalls ist der neue Oberdämon. Der Schauspieler versucht durch ans Komische grenzendes Overacting gruselig zu wirken, was nicht mal mit Nägeln im Kopf gelingt. Dazu spricht Pinhead nun nicht mehr mit grollend tiefer, leicht verfremdeter Stimme, sondern wie ein normaler Mensch. Das macht besonders die deutsche Synchro zu einem wahren Graus, im Englischen ist es zumindest erträglich.

Die Geschichte bedient sich großzügig an Elementen der Teile 1 und 2, besonders die Geschichte mit dem „Du musst für mich Menschen töten, damit ich wieder leben kann“ und der gestohlenen Haut erinnern schon sehr an die Handlung der alten Klassiker. Noch dazu ist die Szenerie sehr begrenzt, außer dem Ausflug nach Mexiko spielt der gesamte Film in einem abgelegenen Haus irgendwo im Nichts. Praktisch.

Naja, zum Ende hin werden ein paar Menschen von den Cenobiten gemeuchelt, das alles wirkt jedoch wie eine sterile Hochglanzaufnahme und hat überhaupt gar nichts mehr von der ekeligen Düsternis und dem dreckigen Gesplatter der alten Filme. Wenn ich an die Szenen auf dem Dachboden im ersten Teil denke, boah, das war noch finster. Dagegen wirkt „Revelations“ wie ein Kindergeburtstag. In der Hölle immerhin.

Auf dem Cover prangt dickt das „Uncut“-Logo, was eigentlich hoffen ließ, dass hier mehr böses Rumgeschlitze zu erwarten wäre. Fehlanzeige, leider. Wobei natürlich das Gore-Level nicht alles ist, aber wenn schon die Dämonen lächerlich wirken, sollte wenigstens ein wenig Härte vorhanden sein. So bleibt ein über weite Strecken einfallsloser und schlaff inszenierter Film, der nun hoffentlich auch endlich das Ende dieses Ausschlachtens einer bekannten Reihe darstellt.

Fast wünscht man sich, dass die Produzenten solcher Filme eines Morgens eine kleine Puzzlebox auf dem Nachttisch finden und den unbezähmbaren Drang verspüren, sie öffnen zu wollen. Aber nur fast.