Schwach anfangen und dann stark nachlassen – „Alcatraz“

Ich schaue ja gern Mystery-Zeugs. Früher „Akte-X“ und „Outer Limits“ später Sachen wie „4400“. Mit „Fringe“ bin ich nie so recht warm geworden, „Lost“ fand ich sogar richtig blöd. Liegt wohl an mir. Vielleicht werde ich alt.

Und dann fiel mir unlängst in der Videothek „Alcatraz“ ins Auge, eine neue Serie von J.J.Abrams, u.a. besetzt mit Sam Neill und dem dicken Typen aus „Lost“.  Gut, es gibt nur eine Staffel davon, das muss nicht zwangsläufig etwas über die Qualität aussagen. Man schaue sich „Firefly“ oder „Space: Above & Beyond“ an, die jeweils nach einer Staffel eingestellt wurden. Auch „Dollhouse“, eine in meinen Augen total unterschätzte Serie, brachte es nur auf magere zwei Staffeln (wobei die jeweils dreizehnte Episode jeder Staffel wirklich der Hammer war!).

Nun gut, also Alcatraz.
Hier der doch recht vielversprechende Trailer:

Die Prämisse ist durchaus spannend. 1963 verschwinden auf einen Schlag sämtliche Menschen, die zu diesem Zeitunkt auf der Gefängnisinsel Alcatraz waren und tauchen 50 Jahre später plötzlich wieder auf. In den ersten paar Folgen, die immer wieder mit Rückblenden in die Zeit vor dem Verschwinden unterbrochen wird, muss das Team um FBI-Ermittler Emerson Hauser (Sam Neill) einige Verbrecher dingfest machen, die ihre Taten von damals in der heutigen Zeit fortsetzen. Schnell wird klar, dass irgendwas nicht stimmt (naja, außer der Tatsache, dass es wenig natürlich erscheint, dass Menschen verschwinden und 50 Jahre später unverändert wieder auftauchen), denn irgendjemand oder irgendetwas versorgt die Häftlinge mit Informationen, Waffen und Aufgaben. Die Hintergründe dessen bleiben jedoch kryptisch und werden auch im Verlauf der gesamten Staffel nicht mal im Ansatz aufgeklärt (!).

Der Großvater der anderen FBI-Ermittlerin Rebecca Madsen (gespielt von der wirklich hübsch anzuschauenden Sarah Jones) scheint eine zentrale Rolle in dieser Geschichte zu spielen. Er war ebenfalls Häftling in Alcatraz und seine Figur bleibt nicht nur ebenfalls komplett mysteriös, sondern geht einem mit der Zeit auch richtig auf die Nerven. Schönes Beispiel dafür (wie übrigens auch der unfassbar lahme Schlusstwist), dass hier ganz in der Tradition von „Lost“ offensichtlich noch gar nicht über den tieferen Sinn der erzählten Geschichte nachgedacht wurde. Ach ja, und dann gibt es noch einen geheimen Raum tief unter Alcatraz, in dem sich irgendetwas zu befinden scheint. Geschlagene 12-einhalb Epsioden (die Serie umfasst 13 Folgen), arbeitet das Team und der Zuschauer daran, herauszufinden, was sich wohl darin befindet. Im Grunde ist das auch das einzig spannende Element in der Serie, denn ansonsten verlaufen die Episoden so: Es geschieht ein Mord. Der Experte, Dr. Soto (gespielt von Jorge Garcia), weiß sofort, mit welchem Häftling man es zu tun hat (wir erinnern uns, die Häftlinge setzen ihre Taten 1:1 fort), das Team läuft los und schnappt den Bösewicht. Nach den ersten drei Episoden, die exakt so verlaufen, wird das reichlich öde.

Tja, das Ende der Staffel, von dem offenbar beim Schreiben des Drehbuchs noch nicht klar war, dass es auch das Ende der Serie sein würde, lässt den Zuschauer mit noch mehr Fragen, überhaupt (!) keiner (!) einzigen (!) Antwort im Regen stehen  – ganz als wollte es sagen: Ätsch, mehr gibt es erst in Staffel 2. Ja, da gibt es einen Typen, der hat eine Maschine gebaut, mit der irgendwie festgelegt werden kann, wer wann wo wieder auftaucht. Warum? Keine Ahnung. Dass es von dieser doch höchstens durchschnittlichen Serie nur eine Staffel gibt, überrascht mich nach dem Sichten der 13 Episoden nicht. Dann muss ich wohl noch länger warten, bis mal wieder was Gescheites aus dem Mystery-Sektor auf den Schirm kommt.

Wie wäre es mit einer weiteren Neuauflage der „Outer Limits“? Ich würd’s gucken.

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