Bücherverbrennungzensur

Eine dieser Tage sehr beliebte Möglichkeit, den eigenen Namen in Gespräch zu bringen: Nach mehr Jugenschutz/Zensur schreien und das ganze so populistisch tun, dass auf jeden Fall die Medien drauf aufmerksam werden. Kostet fast nichts und bringt den eigenen Namen in die Schlagzeilen. Auf schnittberichte.com findet sich ein kurzer Artikel zur Forderung des SPD-Politikers Sebastian Edathy, der eine Freiwillige Selbstkontrolle für den Buchhandel fordert. Natürlich ist die Bekämpfung rechtsextremen Gedankenguts ein hehres Ziel, aber nur für diesen Zweck eine generelle Prüfinstanz zu etablieren erscheint mir übertrieben.

Natürlich ist es bedenklich, dass bei Amazon angeblich ca. 60 Titel mit antisemitischen Inhalten im Angebot sind, aber verglichen mit dem Gesamtangebot der Plattform ist es nur ein Bruchteil. Natürlich, die beanstandeten Bücher haben aus dem Sortiment zu verschwinden, klarer Fall. Aber deswegen eine FSK für Bücher zu fordern, das wäre so, als würde jeder S-Bahnreisende in Berlin täglich inkl. Rektaluntersuchung auf versteckte Waffen gefilzt, weil einer unter einer Million Fahrgästen ein Messer dabei hat. Einfach unverhältnismäßig.

Bücher, die wegen Gewaltverherrlichung oder anderen gesetzwidrigen Inhalten nicht auf dem deutschen Markt erscheinen sollten, werden von der BPjM aus dem Verkehr gezogen, das wird ohnehin schon gemacht. War nicht „American Psycho“ auch jahrelang auf dem Index wegen der recht drastischen Gewalt? Also, Herr Edathy, mal wieder viel Wind um nix gemacht.

Amazon hat derzeit sowieso schlechte Presse. Vielleicht wird ja im Rahmen einer Imagekampagne mal der braune Dreck aus dem Sortiment gewischt. Die Grenzen dessen, was als „rechts“ eingestuft wird, sind (nicht nur in der Literatur) fließend. Ich als Wumpscut-Fan und gelegentlicher Feindflug-Hörer weiß, wovon ich rede. Augen und Ohren auf, nicht immer gleich dem ersten Anschein trauen, das kann ich empfehlen, und vor allem…Hirn einschalten nicht vergessen!

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Bücherverbrennungzensur

  1. Ausgerechnet Edathy forderte eine FSK des Buchhandels 😀 Er wünschte sich wahrscheinlich nur noch Bildbände mit nackten Knaben in den Buchhandlungen, am besten in den Schaufenstern, damit die Jungs draußen gleich politisch korrekt genderirritiert werden!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s