Was für ein K(r)ampf…

Computerspiele als vom Satan geschickte Geißel der Menschheit zu brandmarken war nur der Anfang einer langen, populistisch geprägten Kampagne im Superwahljahr 2009.

Jetzt soll es (oder vielleicht doch nicht?) dem den meisten Menschen eher unbekannten „Paintball“ (auch „Gotcha“ genannt) an den Kragen gehen. Als „Tötungsspiel“ bezeichnet (siehe hier), soll Paintball verboten werden. Beim Paintball werden keinesfalls Tötungen von Menschen simuliert, vielmehr beschießt man sich gegenseitig mit bunten Farbkugeln aus Luftdruckwaffen. Klar, das ganze sieht martialisch aus, zumal die Kämpfer oft Tarnkleidung tragen, damit sie schwerer zu erkennen sind. Doch mit einem „Tötungsspiel“ hat Paintball soviel gemeinsam wie Bildhauerei mit Segelfliegen, nämlich nichts.

Der Gewaltgrad hält sich dabei, bis auf den Akt des Schießen selbst, in engen Grenzen. Ein herkömmliches Eishockey-Spiel, bei dem Bodychecks und die eine oder andere Schlägerei einfach zum guten Ton gehören, bietet wesentlich mehr Gewalt unter dem Deckmantel des Sports.

Eine interessante Bermerkung im Artikel fiel mir noch auf:

„Die Koalition verständigte sich ferner darauf, die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahre anzuheben.“

Toller Plan…Amoklauf jetzt also mit „USK keine Jugendfreigabe“, oder was? Warum ist es so unvorstellbar, den Besitz von Schusswaffen für Privatpersonen generell zu verbieten? Warum muss ich als Zivilist außerhalb eines Dienstes in den Streitkräften oder der Polizei Zugang zu scharfen Waffen haben?

Mit Sport hat das nichts zu tun, dafür würden auch Luftdruckwaffen oder spezielle Sportwaffen taugen, da muss es keine 9mm-Beretta oder gleich ´ne Desert Eagle sein. Diese Waffen sind keine Sportwaffen, sie sind einzig zum Töten da.

An dieser Stelle mein Appell an unsere Politiker: Es möge doch bitte jeder, der eine scharfe Waffe besitzt, als potentieller Mörder in die Öffentlichkeit gezerrt werden, so wie es pauschal mit Computerspielern gemacht wird. Das wäre nur fair. Immerhin werden wir (als Gamer) auch zu potentiellen Amokläufern erklärt. Dabei wurde, soweit ich mich erinnere, bei keinem Amoklauf eine Maus, ein Joystick oder eine CD als Tatwaffe eingesetzt. Eine X-Box könnte allerdings als tödliches Wurfgeschoss herhalten, genau wie diese handlichen Netbooks…also, Herr Innenminister, gleich mal vorsorglich verbieten!

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Ein Gedanke zu “Was für ein K(r)ampf…

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